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Wie können wir Flüchtlingen am besten helfen?

08.02.2016, 17:34 Uhr

Praktisch alle geflüchteten Menschen verlassen ihr Heimatland, da dort belastende Verhältnisse herrschen. Auch während der Flucht, die zum Teil mehrere Jahre dauert, kommen nochmals erhebliche Belastungen dazu. Die Waagschale der Belastung durch Heimatverlust und Fremdheit benötigt positive Erlebnisse wie Bildung und Einbindung als Gegengewicht.

 

Das können wir machen:

  • Bindungen und Begegnungen: Angebote verlässlicher Bindung helfen und unterstützen, die erlebten Belastungen zu kompensieren und neue Beziehungen aufzubauen, z.B. Klettergruppe, Ausflüge, Gymnastik, Vorträge oder individuelle Hilfen. Verlässliche langfristige Beziehungen und Angebote, die Ablenkung im Alltag und das Ankommen im neuen Land erleichtern, sind sehr willkommen. Das gilt besonders für geflüchtete Kinder und Jugendliche.

 

  • Bildung: Spezielle Führungstouren oder Kurse bis zum informellen Lernen in freien Gruppen geben motivierende Anlässe, die neue Sprache zu erlernen und fördern die Entwicklung von Kompetenzen.

 

  • Gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen: Alle Unternehmungen führen letztlich durch die Aktion selbst und in der Gruppe meist zu einem guten Erlebnis – für Einheimische und Flüchtlinge. Beim Klettern zum Beispiel wird sofort erfahren, welche Bewegung funktioniert und welche nicht. Ein Erfolg kann direkt auf das eigene Handeln zurückgeführt werden. Jemand anderem, z.B. beim Sichern zu vertrauen, kann Unsicherheiten kompensieren, Ängste abbauen und neuen Mut schöpfen lassen.
 

Wie macht man den ersten Schritt?

Flüchtlinge müssen sich in der neuen Umgebung orientieren und haben oft nur wenige soziale Kontakte. Für die Freizeitgestaltung fehlen Mittel und Wege. Viele Unterkünfte liegen in städtischen Randgebieten, nicht selten in direkter Nachbarschaft zu Kletteranlagen von Sektionen.

 

In unsicheren Lebenssituationen treten Menschen ungern als Bittsteller auf. Sektionen können daher aktiv auf Geflüchtete zugehen und sich über ihre konkrete Situation informieren. Ein auf beiden Seiten verständnisvolles Verhalten ist dabei wichtig.

 

Viele geflüchtete Menschen haben ein großes Interesse, sich aktiv am Vereinsleben zu beteiligen – auch ohne Vorerfahrungen. Das in Deutschland übliche Vereinswesen und auch gemeinnützige Arbeit ist in den Herkunftsländern weitestgehend unbekannt.

 

Ebenso wichtig ist es, unter den eigenen Sektionsmitgliedern für Unterstüt­zung und Offenheit zu werben.