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Der nächste Schritt – Nach jedem Berg bin ich ein anderer

Buchtipp von Michael Elstner, stellv. Bundesjugendleiter

Auch wenn die Berge da draußen wieder locken, kann ein bisschen „mentaler“ Bergsport Spaß machen. Wir stellen euch hier in loser Folge Buchtipps von ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeitenden der JDAV vor. Die Auswahl ist höchst subjektiv und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Und vielleicht regen unsere Tipps ja dazu an, beim lokalen Buchhandel das Buch zu beziehen.

 

Heute bringt euch Michael Elstner, stellv. Bundesjugendleiter, das Buch "Der nächste Schritt – Nach jedem Berg bin ich ein anderer" von Ueli Steck näher. Viel Freude!

 

Warum ist das Buch lesenswert?

Ueli Steck hat mit vielen Rekorden in der Presse Schlagzeilen gemacht – doch wie ist seine persönliche Geschichte und Wahrnehmung hinter den Hard Facts, die in aller Munde sind.

Sicherlich, er bestieg alle 82 Viertausender der Alpen und stellte unter anderem einen neuen Speed Rekord für die Eiger Nordwand auf. Doch stürzte er auch bei einem Alleingang an der Annapurna-Südwand ab und lag stundenlang bewusstlos und hilflos in einer Spalte. Und dann diese kontroverse Auseinandersetzung auf dem Weg zum Mount Everest, als wuttobende Sherpas ihn am liebsten gesteinigt hätten.

Diese Ereignisse sind sehr interessant aus der Perspektive des Erzählers zu lesen, welcher seine Handlungen und Gedankengänge bestmöglich rekonstruiert.

 

Was hat mich besonders fasziniert?

Ich bewundere Ueli Steck sehr für seine Leistungen und seine Begeisterung. Ich hatte das Glück, ihn während des Jugendaustauschprojektes „Alpine Jugend Hoch 4“ in Person treffen und ihn einen Abend lang mit Fragen löchern zu dürfen. Seine authentische Art hat mich dabei sehr überzeugt und zum Nachahmen angespornt.

Anderseits distanziere ich mich bei meinen eigenen Bergerlebnissen klar von dem Antriebs- und Leistungsgedanken, auf Rekordjagd zu sein und den Grat zwischen Leben und Tod so nah zu kommen. Mehrfach berichtet Ueli Steck, wie er die selbst gestellte Herausforderung nur schafft, indem er sich in einen extremen Tunnelblick begibt. Er weist darauf hin, dass es ihm dabei durchweg bewusst ist, dass eine noch so kleine Ablenkung davon sofort tödlich enden kann.

 

Für welche Gelegenheiten ist das Buch geeignet?

Das Buch eignet sich hervorragend zum Philosophieren über den Antriebsgedanken beim Bergsport und das Setzen von Limits. Ueli Steck sieht zwar selber ein, dass er bei weiterer Ausübung des Sports in dieser Extreme vermutlich noch im jungen Alter sterben würde. Dennoch hat er leider den richtigen Zeitpunkt verpasst, da er nach Veröffentlichung des Buches im Himalaya tödlich verunglückte. Aus den Gedankengängen von Ueli lässt sich meiner Meinung nach super eine Diskussion zu Alleingängen in der Bergwelt ableiten und den daraus ergebenden Vor- und Nachteilen.