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Rohstoff Daune, warum?

23.01.2019, 15:30 Uhr

Johannes Branke hat sich mit unserem Jubiläumsprojekt "DownUpCycling" genauer auseinander gesetzt und berichtet uns in nächster Zeit davon, was hinter dem Rohstoff Daune steckt, wo der Rohstoff herkommt, wie die Recyclingprozesse für Daunen sind und was im Anschluss an das Projekt damit passiert.

 

Los geht es mit der Frage: Rohstoff Daune, warum?

In den Ausrüstungs– und Packlisten für Outdoor–Aktivitäten sind Bekleidungen aus dem Rohstoff „Daune“ durch das hohe Isoliervermögen und der damit verbundenen Wärmewirkung unverzichtbar. Daunen sind ein natürliches Produkt und haben, bei vergleichbarer Wärmeisolation, gegenüber synthetischen Kunstfasern ein deutlich geringeres Packvolumen. Als Nachteil gegenüber synthetischen Produkten gilt, dass „Daune“ bei hoher Feuchtigkeitsaufnahme durch Verkleben / Verklumpen der einzelnen Daunenverästelungen ihre Isolationswirkung verliert und relativ langsam trocknet. Es gibt jedoch, wie bei jeder Funktionsbekleidung, die Möglichkeit auch Daune mit einer Imprägnierung als temporär wasserabweisend auszurüsten.

 

Nach Angaben des International Down and Feather Bureau (IDFB) ist die Daune als natürliches Produkt gegenüber synthetischem Material zu bevorzugen, da sie biologisch abbaubar ist und als ein Nebenprodukt der Nahrungsmittelindustrie als „erneuerbar“ gilt. Im Gesamtkontext besitzt Daune einen geringeren ökologischen Fußabdruck. Der Vollständigkeit halber seien noch kurz pflanzliche, „erneuerbare“ Alternativen genannt, welche ebenfalls gut isolieren. Dazu zählen unter anderem die Fasern der Seidenpflanze (Milkweed oder Monark Fibre), sowie die Hohlfaser der Schalen des tropischen Kapokbaums (Kapok oder Pflanzendaune).

 

Die Bausch- oder Füllkraft der Daune wird von den Herstellern in der Maßeinheit cuin (Kubik-Inch) angegeben. Sie beschreibt, wie weit sich eine definierte Menge Daune (1 Unze, ca. 30 g) nach dem Komprimieren wieder aufbauscht/entfaltet. Ebenso wichtig ist das Mischungsverhältnis zwischen Daunen und kleinen Federchen, sowie die Füllmenge. Zum Vergleich: die Minimum Bauschkraft für eine gute Daunenjacke liegt bei 500 cuin (bergzeit, 2018). Eine Jacke mit einer Bauschkraft von 650 cuin weist eine gute Daunenqualität mit gutem Verhältnis von Gewicht, Packmaß und Isolierfähigkeit auf. Ab 800 cuin spricht der Bauschkraftwert für eine sehr hochwertige Daune, die in Expeditionsausrüstung Verwendung findet. Dieser Wert steht für ein Optimum an Isolierfähigkeit, Packmaß und Gewicht.

 

Demnächst geht es weiter mit dem Thema "Daune - wie wird sie gewonnen?"