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13.-15.1.2023

Winter comeback ?!?

12.01.2023, 16:00 Uhr

So langsam verbessert sich die Schneesituation auch am deutschen Alpenrand ein wenig. Skitouren sind dort am ehesten im Allgäu möglich. Ab Sonntag dürfte sich der Winter auch weiter im Osten wieder zurückmelden.

Schneesituation

In den Bayerischen Alpen pendelte die Schneefallgrenze in den vergangenen Tagen um ca. 1100 m. Dort hat einmal mehr das Allgäu am meisten Neuschnee abbekommen, wo z.B. an der zuvor schneefreien Messstation Schwarzenberg (1355 m) zwischen Sonntag und Dienstag 45 cm Schnee gefallen sind. Somit sind rund um Oberstdorf Skitouren von hoch gelegenen Ausgangspunkten auf Wiesengelände wieder möglich. Im Osten der Bayerischen Alpen fiel leider deutlich weniger Schnee.
Am Alpenhauptkamm einmal mehr das Wallis und das Berner Oberland am meisten Neuschnee abbekommen. Hier fielen oft deutlich mehr als ein halber Meter. Auch am Tiroler Alpenhauptkamm gab es Neuschneezuwachs, mit z.B. 40 cm in den Zillertaler Alpen. Allerdings sind hochgelegene Bergrücken wegen des starken Windes oft abgeblasen.
Insgesamt hat sich die Schneesituation am Schweizer und Österreichischen Alpenhauptkamm also verbessert, wobei man nach wie vor beim Abfahren gut auf unzureichend eingeschneite Felsen, sowie auf die heikle Lawinengefahr achten muss.

 

 

Lawinensituation

In weiten Teilen der deutschsprachigen Alpen herrscht mit Stufe 3 derzeit eine »erhebliche Lawinengefahr«. Das betrifft fast die gesamte Schweiz, die Nördlichen Kalkalpen (vom Allgäuer Hauptkamm über die Lechtaler Alpen bis zum Karwendelgebirge), sowie den Zillertaler Alpenhauptkamm und die Hohen Tauern.
Schwachschichten im Altschnee können von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden. Die Gefahrenstellen liegen an steilen Schattenhängen oberhalb der Waldgrenze sowie an steilen Sonnenhängen oberhalb von rund 2400 m. Diese Stellen sind schwer zu erkennen. Lawinen können in tiefen Schichten anreißen und vereinzelt groß werden. Besonders vorsichtig sein muss man an Übergängen von wenig zu viel Schnee.
Mit Neuschnee und starkem Wind wachsen die Triebschneeansammlungen etwas an. Diese Gefahrenstellen liegen vor allem in Kammlagen, Rinnen und Mulden sowie an steilen Schattenhängen. Sie nehmen mit der Höhe zu.
Mit einer »mäßigen Lawinengefahr« (Stufe 2) ist die Situation in den Ötztaler und Stubaier Alpen, sowie in den Tuxer und Kitzbüheler Alpen etwas entspannter.
Auch am Wochenende wird sich die Lawinensituation nicht wesentlich ändern.

 

Wochenendwetter

Am Freitagvormittag erreicht eine Front mit stürmischen Wind und Schneefall bis 1300 m die Allgäuer Alpen. Bis zum späten Mittag erfasst sie die ganze Alpennordseite mit leichtem bis mäßigem Schneefall. Die Nullgradgrenze pendelt um 1600 m. Auf die Alpensüdseite greift hohe Schichtbewölkung über.
Östlich der Kitzbüheler Alpen ist es am Samstag zunächst sonnig. Noch am Vormittag zieht aus Westen aber neue Bewölkung auf, das Licht wird am Nachmittag diffuser. Zum Abend hin legt der Wind zu.
Am Sonntag ist es an der Alpennordseite von Beginn an bewölkt, nachmittags beginnt es von den Allgäuer Alpen her zu schneien. Die Schneefallgrenze sinkt unter 1000m. Sonniger ist es vom Alpenhauptkamm süd- und südostwärts. Weiterhin weht starker Nordwestwind.
Das Wochenendwetter ist in den Westalpen ähnlich, mit dem Unterschied dass dort die Seealpen an allen Tagen wetterbegünstigt sind.

 

Fazit

Das kommende Wochenende wird sehr windig und wechselhaft, wobei die Schneefallgrenze von 1300 m (am Freitag)  auf unter 1000 m (am Sonntag) sinkt.
Ski- und Snowboardtouren sind am Deutschen Alpenrand am ehesten wieder in den Allgäuer Alpen möglich. Allerdings müsst ihr dort hoch gelegene Ausgangspunkte und möglichst steinfreie Wiesenhänge anvisieren. Oberhalb der Waldgrenze müsst ihr zudem gut auf die Lawinengefahr achten.
Das gilt natürlich auch für den Schweizer und Österreichischen Alpenhauptkamm, wo sich die Lawinengefahr wegen des starken Windes bis Sonntag bestimmt nicht entspannen wird. Ganz im Gegenteil könnte sie auch in den Ötztaler und Stubaier Alpen durch neue Triebschneeablagerungen auf Gefahrenstufe 3 ansteigen.
Beim Freeriden müsst ihr euch daher in den jeweiligen Skigebieten gut darüber informieren, welche Variantenabfahrten derzeit verantwortbar sind.

 

good to know
Gefährliches Duo

Von den fünf typisierten Lawinenproblemen (Neu-, Trieb-, Alt-, Nass- und Gleitschnee) treffen derzeit eine teils schwache Altschneeschicht und umfangreiche Triebschneeansammlungen zusammen. Diese Kombination ist deshalb kritisch, da für das Anreißen und Abgehen von Schneebrettern einerseits Spannung in der Schneedecke (eben in Form von Triebschnee), sowie eine Gleitfläche (in diesem Fall kantige Kristalle in der Altschneedecke) erforderlich sind.