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Check your equipment!

 

Im Ernstfall hängt das Überleben davon ab

Must have:

  • Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS)
  • Sonde
  • Schaufel
  • Erste Hilfe Set
  • Handy

Nice to have:

  • Airbag-System
  • Avalung
 

Die Infos, die du hier bekommst, sind eine wichtige Basis.
Aber: Diese Infos ersetzen keine Ausbildung!

 

Lawinen-Notfallausrüstung

Die Notfallausrüstung ist das absolute Minimum bei einem Ausflug abseits der Pisten. Denn nur damit ist es möglich, Verschüttete innerhalb von 18 Minuten aus einer Lawine zu befreien. Nach 18 Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit rapide ab. Deshalb müssen alle Freerider diese drei Dinge dabei haben:

 

Ein Lawinenverschüttetensuchgerät (kurz: LVS-Gerät) ist ein elektronisches Gerät, mit dem verschüttete Personen geortet werden können. Es funktioniert aber nur, wenn es angeschaltet ist! Und zwar nicht im Rucksack, sondern direkt am Körper. Mit einem modernen Drei-Antennen-Gerät geht die Verschüttetensuche am schnellsten. Falls du dir ein neues LVS-Gerät anschaffen möchtest, können die Ergebnisse der aktuellen LVS-Tests der DAV-Sicherheitsforschung eine Entscheidungshilfe bieten.

Für die Lokalisierung der Liegeposition einer verschütteten Person brauchst du eine Lawinensonde. Das ist eine zusammensteckbare und mindestens 240 cm lange Stange aus Leichtmetall.

Zum Ausgraben eines Verschütteten brauchst du eine Schaufel aus Leichtmetall. Ohne Schaufel hast du keine Chance, im teils betonharten Lawinenschnee vorwärts zu kommen.

 

In der Gruppe außerdem dabei

Ein Handy hat wahrscheinlich jeder dabei. Aber Achtung: Bei Kälte gehen die Akkus überraschend schnell in die Knie und taugen dann nicht mehr für einen Notruf. Handy also am besten körpernah tragen. Für den Notfall außerdem wichtig ist ein Erste Hilfe Set. Das muss nicht jedes Gruppenmitglied dabei haben. Erfahrungsgemäß reicht es, wenn pro drei Personen ein Set vorhanden ist. 

 

Zusatzausrüstung

Rucksäcke mit Airbag-Systemen reduzieren die Wahrscheinlichkeit einer Verschüttung. Eine Lebensversicherung sind sie aber nicht! Es gibt einige Situationen, in denen dir der Airbag nicht helfen kann. Unterm Strich bleibt deshalb: Airbag-Systeme sind sinnvoll, weil sie die Überlebenswahrscheinlichkeit in einer Lawine erhöhen.
Nach einem anderen Prinzip arbeitet die AvaLung. Sie hilft dir, im Falle einer Verschüttung länger zu überleben. Über eine Art Schnorchel atmest du Luft, die das Gerät aus dem Lawinenschnee filtert. Auch die Avalung erhöht deine Überlebenswahrscheinlichkeit - aber nur, wenn es jemanden gibt, der dich aus der Lawine befreit.

 

 

 

 

 

Bis hierher hast du erfahren, welche Ausrüstung du abseits der Pisten dabei haben solltest. Jetzt geht es darum, wie du diese Ausrüstung im Notfall einsetzt.

 

Suche mit dem LVS-Gerät

Ein Lawinenabgang bedeutet absolute Lebensgefahr für Verschüttete. Von dir und allen anderen, die bei der Suche helfen, hängt das Leben der Verschütteten ab. Es zählt jede Sekunde! Folgende Schritte sind bei der Suche wichtig:

  • Halte während des Lawinenabgangs nach dem oder den Verschütteten Ausschau; merke dir eventuelle Verschwindepunkte. 
  • Nach Stillstand der Lawine: Sind Verschüttete teilweise zu sehen? Kannst du die Liegeposition der Verschütteten abschätzen?
  • Alle Suchenden stellen ihre Geräte auf "empfangen" und beginnen mit der Grobsuche. 
  • In der Nähe der Verschütteten beginnst du mit der Feinsuche. 

Wie die Suche genau abläuft, erfährst du hier.

 

Parallel zur LVS-Suche alarmiert einer aus der Gruppe die Bergrettung per Handy. Aber Achtung: Der Heli kommt in der Regel nicht schneller als innerhalb 20 Minuten. Das dauert zu lange für die Verschütteten. Auf euren Einsatz kommt es also an!

 

 

Sondieren

Nach der Feinsuche mit dem LVS-Gerät kommt die Lawinensonde zum Einsatz. Dabei geht es darum, den Verschütteten zu erspüren und dadurch exakt zu lokalisieren. Mit etwas Übung an der Sonde ist es tatsächlich gut möglich, einen Menschen von leblosen Gegenständen zu unterscheiden. Wenn du den Verschütteten sondiert hast, lässt du die Sonde zur Markierung stecken.

 

Ausschaufeln

Je nach Verschüttungstiefe kann das Ausschaufeln der zeitaufwändigste Teil sein. Gegraben wird nie direkt an der Sonde entlang, sondern talseitig schräg zum Verschütteten. Wenn ihr zu mehreren seid, teilt ihr euch die Arbeit auf. Sinnvolle Strategien dazu gibt es hier. Wichtig ist in jedem Fall: Du musst alles geben, auch jetzt kommt es auf jede Sekunde an.

 

Wichtig: Die Verschüttetenbergung muss trainiert werden! Ohne Übung kannst du eine verschüttete Person nicht schnell genug bergen. Schon nach 18 Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch ab! Lass dich ausbilden!