Alles Wichtige zur außerordentlichen digitalen Bundesjugendversammlung
Am 10. Oktober steht die digitale außerordentliche Bundesjugendversammlung (aoBJV) an! Zur Vorbereitung geben euch Henri und Simon aus der Bundesjugendleitung einen kompakten Überblick über die anstehenden Themen: Sie erklären, warum die Bundesjugendordnung an die neuen Satzungsstrukturen des DAV angepasst werden soll, welche Ziele hinter dem Zukunftsprozess „JDAV 2030“ rund um Ehrenamtsfreundlichkeit, Beteiligung und ein eigenständigeres Budget stehen, und wieso bei der aoBJV gleich zwei Nachwahlen für die Bundesjugendleitung anstehen.
Jetzt reinhören in die sechste Folge des JDAV-Podcast!
Transkript zur 6. Folge:
Henri: Hallo und herzlich willkommen zu unserem BJV Vorbereitungs-Podcast. Ich bin Henry aus der Bundesjugendleitung und sitze hier mit dem.
Simon: Simon auch aus der Bundesjugendleitung. Hallo auch von mir.
Henri: Genau, und wir haben uns in die Geschäftsstelle von der Sektion Osnabrück eingeladen, um jetzt hier diesen Podcast aufzunehmen und euch ein bisschen zu erzählen, warum habt ihr eine Einladung zur Bundesjugendversammlung bekommen, zur außerordentlichen Bundesjugendversammlung. Was passiert da? Was machen wir da? Die erste Frage wäre, das ist ja eine außerordentliche Bundesjugendversammlung, deswegen ist sie ja auch, das ist ja auch eine digitale Jugendversammlung. Warum ist es eine außerordentliche Bundesjugendversammlung? Was ist außerordentlich?
Simon: Ja, wir machen eine außerordentliche Bundesjugendversammlung, weil wir haben vor, unsere Bundesjugendordnung zu ändern. Das liegt daran, dass auch im DAV die Satzung geändert wird. und die Bundesjugendordnung ist ja so ein bisschen unsere Version der Satzung. Und der DAV wird da einige Dinge ändern, was seine Gremien angeht und da müssen wir uns einerseits anpassen, andererseits wollen wir die Gelegenheit aber auch noch nutzen, um so ein paar andere Änderungen, die wir uns schon länger vorgenommen haben, in unsere Bundesjugendordnung aufzunehmen. Und dazu gab es auch die Projektgruppe JDAV 2030.
Henri: JDAV 2030 ja so ein Begriff, der ist schon öfters gefallen. Klar, auf der letzten Bundesjugendversammlung auch öfters gab es auch ein paar Workshops dazu. Was kann man denn unter JDAV 2030, unter dem Kultur- und Strukturprozess JDAV 2030 verstehen? Was sind denn da die Oberziele?
Simon: Also vielleicht mal im Großen und Ganzen wollen wir mit JDAV 2030 uns so ein bisschen anschauen, wie stellen wir uns eigentlich die JDAV in 5 Jahren, sag ich mal, vor, ungefähr in 2030 und danach. Und was glauben wir, müsste sich da ändern? Und wir haben dann erstmal 3 große Ziele eigentlich festgelegt. Das erste hatten wir gerade schon so ein bisschen. Wir wollen irgendwie gut angebunden bleiben an den DAV, an die neue Struktur vom DAV und wollen auch nur unsere Struktur ein bisschen ändern. Also einmal Strukturfragen klären in der JDAV, unsere Gremienstruktur fit für die Zukunft machen und damit glaube ich eng verbunden ist unser zweites großes Ziel. Und zwar geht es da um Ehrenamtsfreundlichkeit. Wir wollen uns nämlich anschauen, wie kann ein Amt vor allem auch in der Bundesjugendleitung, was ja unser wichtigstes Gremium auf der Bundesebene ist, aber zum Beispiel auch im Bundesjugendausschuss, ähm so gestaltet sein, dass man das auch gut als ehrenamtliche Person ähm wahrnehmen kann. Und die die Rahmenbedingungen fürs Ehrenamt, die ändern sich ja die ganze Zeit und das wird glaube ich heute auch nochmal ganz anders gelebt als vielleicht noch vor ein paar Jahren, wie man so ein Ehrenamt macht. Und deswegen wollen wir da mal rangehen. Außerdem wollen wir dafür sorgen, dass eben, ich sag mal, nicht nur die Studis, die ähm sich ihr Studium nicht finanzieren müssen selber, so ein Amt wahrnehmen können, sondern eben auch ganz viele andere Menschen, die irgendwie einen anderen Lebensentwurf haben ähm, andere Rahmenbedingungen, dass auch allen möglichen anderen Menschen außer Studis ein Engagement überhaupt erst ermöglicht wird. Und das dritte Ziel, das ist, dass wir neue Beteiligungsmöglichkeiten schaffen wollen. Ähm, also auch so ein bisschen Richtung wie kann ich mitmachen auf Bundesebene, da wurde uns auch einfach nochmal viel zurückgemeldet, auch auf der letzten Bundesjugendversammlung. Hey, wir wollen nicht unbedingt nur, dass die Gremien irgendwie cool funktionieren, sondern manchmal möchte man sich vielleicht auch einfach nur zu einem bestimmten Thema auch mal nur bei so paar wenigen Terminen engagieren. Vielleicht auch einfach mal per Umfrage oder so gefragt werden, was ist denn deine Meinung zu dem und dem Thema zum Beispiel zu Hütten und vielleicht ist nicht immer die Antwort, dass ich mich in dem Gremium wählen lasse, sondern es braucht auch mehr Formate, wo Leute ihre Meinung dazu geben können, sagen können, wie sie sich die JDAV vorstellen und auch da wollen wir reingehen mit JDAV 2030.
Henri: Das heißt, wir stellen uns genauso wie der DAV alle paar Jahre mal irgendwie die Frage, wie unsere Richtung gerade passt, wie läuft unsere Kultur, wollen wir das weiterfahren, was könnten wir verändern, wie können wir uns verbessern und daraus ist eben das Projekt JDAV 2030 entstanden. Ich glaube, eine Sache, die ich noch ergänzen würde, ist, dass wir dadurch, dass wir halt eben, dass sich der DAV sehr verändert und sich die Gremien im DAV sehr verändern, wollen wir auf jeden Fall auch noch dafür sorgen, nicht nur dass wir anschlussfähig bleiben, dass wir formal anschlussfähig sind, sondern wir wollen natürlich auch die Interessen von der JDAV auch im DAV weiterhin vertreten haben. Und genau deswegen setzen wir uns schon sehr, sehr stark dafür eingesetzt, dass die Interessenvertretung von der JDAV innerhalb vom DAV sichergestellt wird, und das gilt es jetzt auch in der neuen BJO, neue Bundesjugendordnung, die wir hoffentlich auf der außerordentlichen BJV beschließen können, festzusetzen.
OK, jetzt lass uns doch mal darüber reden, was wir konkret verändern wollen. Also, ich würde gleich mit dem ersten Thema anfangen. der DAV hat ja Veränderungen an seinem Präsidium vorgenommen und an das Präsidium ist ja die Bundesjugendleitung angebunden. Was hat sich denn im Präsidium verändert und wie reagieren wir darauf?
Simon: Also zunächst mal gibt es ja aktuell das Präsidium, das wird gewählt auf der Hauptversammlung und da ist ein Teil unserer Doppelspitze drin vertreten, um die JDAV dort zu vertreten und zusätzlich gibt es den Verbandsrat, da werden die Vertreter in den verschiedenen Sektionentagen gewählt und sollen quasi so ein bisschen aus der Breite des DAVs kommen. Und da sitzt der zweite Teil unserer Doppelspitze. Und zukünftig wird es diese beiden Gremien nicht mehr getrennt voneinander geben, sondern es wird nur noch ein großes Präsidium geben, wo dann noch 5 Vizepräsidentinnen, der Präsident oder die Präsidentin und die Regionenvertreterinnen gemeinsam sitzen werden.
Henri: Das heißt, wir haben jetzt bald zukünftig das Präsidium und die Regionenvertretung. Und da wollen wir natürlich auch drin vertreten sein.
Simon: Ganz genau. Und deswegen werden in diesem kleineren Teil des Präsidiums, der wird dann formal Vorstand des DAVs sein, werden wir weiterhin mit einer JDAV Stimme vertreten sein. Allerdings soll neu sein, dass die Doppelspitze sich diese Stimme teilt. Das heißt, dass eine Person für einen Teil der Amtszeit stimmberechtigt ist und die andere Person quasi immer als Gast dabei sein darf und dass das dann nach der halben Amtszeit zum Beispiel nochmal gewechselt wird und dann hat die andere Person das Stimmrecht und die erste Person ist dann als Gast dabei. Und da ist einfach unser Ziel, wir wollen ja eine gleichberechtigte Doppelspitze, wir wollen weiterhin die eine Stimme, die wir bisher schon haben, wahrnehmen, aber dann eben geteilt auf 2 Personen, möglichst gleichberechtigt.
Henri: Das ist auch eine konkrete Umsetzung von unserem großen Thema Ehrenamtsfreundlichkeit. Wir wollen eben ermöglichen, dass die JDAV im Präsidium vertreten ist, auch wenn eine Person aus der Doppelspitze als junge Menschen andere Aufgaben haben, beispielsweise im Studium oder in Ausbildung oder ein Beruf.
Simon: Ganz genau. Und dann bleibt ja noch die Regionenvertretung im Präsidium. wo wir bisher auch eben mit dem zweiten Teil der Doppelspitze vertreten sind. Und da haben wir uns gedacht, wollen wir in Zukunft auch eine Regionenvertretung aus der JDAV haben. Und wir haben ja bereits unser Gremium, den Bundesjugendausschuss, wo die Bundesjugendleitung und die Vertreter der Landesverbände gemeinsam sitzen. Und die Landesverbandsvertreterinnen im BJA sollen zukünftig gemeinsam einen Vorschlag machen, wer die JDAV in dieser Regionenvertretung vertritt. Das heißt, wir wollen auch in der Regionenvertretung eine Person haben, die nicht in der Bundesjugendleitung ist, sondern quasi aus der Breite aus einem Landesverband der JDAV kommt und quasi dort auch noch mal die Interessen der Landesverbände besser vertreten kann.
Henri: Nicht nur wir als JDAV haben uns über die Ehrenamtsfreundlichkeit von unseren Gremien Gedanken gemacht, sondern auch der DAV hat das gemacht. Jetzt letztlich auf den DAV Hauptversammlungen hat man ganz viel von irgendwelchen Paragraphen und Geschäftsführung und dem BGB 30 gehört. Das klingt für mich jetzt alles irgendwie sehr verwirrend. Simon, kannst du das ein bisschen ordnen? Was ist da passiert? Was hat denn der DAV jetzt für Ihre Geschäftsführung beschlossen und was bedeutet das für uns?
Simon: Also der DAV hat beschlossen, das Präsidium in der Hinsicht so ein bisschen zu entlasten. Also bisher ist das Präsidium alleine berechtigt, sag ich mal, ganz formal den DAV irgendwie nach außen zu vertreten. Muss alle möglichen Verträge unterschreiben und das ist einfach nochmal eine sehr große Arbeitsbelastung. Und zukünftig soll eben auch mehr von diesen Themen die DAV-Geschäftsführung, also das Hauptamt, machen dürfen. Und dafür wird eben dieser Paragraph 30 eingeführt aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Das ähm bedeutet einfach, dass auch die Geschäftsführung demnächst eigenständig in gewissen Rahmen den DAV vertreten darf. Und damit das Präsidium entlasten kann, gerade eben bei so organisatorischen Fragen, Vertragsunterzeichnungen, solche Themen. Und da ist natürlich die Frage für uns als JDAV, wie sind wir eigentlich zukünftig an der DAV-Geschäftsführung angebunden, weil auch das ist ja ein wichtiger Ort. Ähm und auch unser Hauptamt soll gut an das Hauptamt des DAV angebunden sein. Und bisher ist es eben so, dass die Geschäftsführung der JDAV, das ist ja aktuell eine Person, dort auch als Gast dabei sein kann bei den Geschäftsführungssitzungen des DAVs und zukünftig wird die Person eben mit Zuständigkeit für die Jugendarbeit, die JDAV, auch fest Teil der DAV-Geschäftsführung sein. Das heißt, auch die JDAV-Geschäftsführung wird diesen Paragraph 30 bekommen, ist dann eben vertretungsberechtigt und kann uns dort als JDAV gut vertreten und auch eben auf hauptamtlicher Seite für die Interessen der JDAV sich einsetzen. Und zusätzlich haben wir auch noch bei der Gelegenheit unsere Geschäftsführung etwas neu aufgestellt. Denn zukünftig werden wir nicht mehr eine Geschäftsführung haben, sondern auch hier eine Doppelspitze. Und die eine Person hat dann eben bisschen mehr den Fokus auf dem DAV und die andere Person bisschen mehr den Fokus auf der Jugendarbeit.
Henri: Ja genau wie Sektionen haben wir als Bundesverband der JDAV natürlich auch ein Budget, aus dem wir verschiedene Sachen bezahlen und hier stellt sich die Frage, ja, wie setzt sich das eigentlich zusammen, wie entsteht eigentlich so ein Budget auf Bundesebene und was soll sich mit der BJV daran ändern?
Simon: Ja, genau, ähm, also ihr kennt das ja aus der Sektion mit dem Jugendbudget und so ähnlich funktioniert das auch schon auf Bundesebene. Das heißt, wir müssen erstmal mit dem DAV darüber verhandeln, wie viel Geld kriegen wir als JDAV-Bundesverband. Und aber dann auch, was machen wir damit. Also, wir stellen dann einen Finanzplan auf, sagen wir wollen das und das Geld für das und das Projekt ausgeben. Und so geht das dann durch den DAV durch, ähm, zunächst mal im Verbandsrat, ähm, dann durch die Hauptversammlung. Und zukünftig wollen wir eben noch stärker ein eigenständiges JDAV-Budget haben, wie das auch schon in manchen Sektionen, glaube ich, sehr gut so gelebt wird. Das heißt, wir wollen uns mit dem DAV darauf einigen, was ist eigentlich ein angemessener Betrag für die Jugendarbeit im DAV. Diesen Betrag kriegen wir dann mehr oder weniger einfach vom DAV und für unser Budget, also was wir dann konkret für was ausgeben, das wollen wir dann als JDAV noch stärker als jetzt eigenständig beschließen können. Und das heißt, die Gremien der JDAV sind dann dafür zuständig, einen Haushaltsplan aufzustellen. Und dieser Haushaltsplan kommt dann abschließend wie gewohnt natürlich noch an die Hauptversammlung des DAVs, muss aber nicht mehr alle Gremien im DAV quasi zuerst durchlaufen.
Henri: Okay, jetzt haben wir schon darüber geredet, was sich in Bezug auf JDAV 2030 auf der BJV für unsere Bundesjugendordnung und unsere Geschäftsordnung ändert. Jetzt hat sich noch etwas Neues ergeben, was uns auf der Bundesjugendversammlung auch beschäftigen wird und zwar ist Raoul von seinem Posten als Bundesjugendleiter*in zurückgetreten und der Bundesjugendausschuss hat Simon kommissarisch auf diesem Posten als Bundesjugendleiter gewählt. Das bedeutet auch, dass Simon zurückgetreten ist von seinem Posten als stellvertretender Bundesjugendleiter und das bedeutet, wir haben 2 Wahlen auf der Bundesjugendversammlung. Einmal eine Wahl für den Posten als Bundesjugendleiter. Da wählen wir eine Person, die nicht weiblich ist, weil Annika weiterhin in ihrem Amt bleibt als Bundesjugendleiterin. Und dann wählen wir außerdem noch ein oder eine stellvertretende Bundesjugendleiterin nach. Dieser Posten der stellvertretenden Bundesjugendleiterin, der ist, wenn ich das richtig verstanden habe, Laut unserer Quotierung kann da jedes Geschlecht diesen Posten belegen, weil wir aktuell 3 weibliche und 3 männliche Menschen in der Bundesjugendleitung sind.
Simon: Ganz genau.
Henri: Perfekt. Dann bedanken wir uns fürs Zuhören, dass ihr euch die Zeit genommen habt, euch vorzubereiten und wir freuen uns schon, euch dann in Kameras zu sehen, denn die Bundesjugendversammlung ist, wie ihr natürlich alle wahrscheinlich schon wisst, dieses Jahr digital bis zum 10.10.
Simon: Bis zum 10.10!