27. - 29. 3. 2026

Nordstau von Chamonix bis Wien


Eine markante Nordwestlage bringt der Nordseite der Alpen bis Freitagnachmittag Neuschneesummen bis 70 cm. Zusammen mit starkem Wind hat sich aber auch die Lawinengefahr deutlich erhöht.

Am Freitag könnt ihr auch am Spitzingsee noch nicht mit Sonne rechnen. Foto: JDAV/ Pröttel



Tourenverhältnisse

Am Bayerischen Alpenrand ist einiges ab Neuschnee heruntergekommen, wobei es bis in die Täler hinab schneite. Vor allem Allgäu sind es beachtliche Werte. Dort wuchs die Schneehöhe an der Station Schwarzenberg (1344 m) von 40 cm am Mittwoch auf 95 cm am Donnerstagmittag an. Weiter im Osten liegen die Werte zwischen 20 cm und 40 cm. Und es kommt im Laufe des Donnerstags noch weiterer Neuschnee hinzu.
Auch in Österreich gab es im Westen mit mehr als einen halben Meter Neuschnee im Arlberggebiet den meisten Schneezuwachs.
In der Schweiz sind die Schneefälle in den Berner, Glarner und Urner Alpen am ergiebigsten, mit 60 cm Neuschnee in 24 Stunden an der Messstation Titlisboden (2149 m).
Auch südlich des Hauptkammes gab es in den höheren Lagen etwas Neuschnee.


Lawinenlage

Donnerstagfrüh wurde in Deutschland für die Allgäuer Hochalpen, Wetterstein und die nördlichen Karwendel, in der Schweiz von den Berner Alpen bis ins Rätikon und in Österreich in den Lechtaler Alpen, Zillertaler Alpen sowie in den Hohen Tauern mit Stufe 4 eine „große Lawinengefahr“ ausgegeben. Ansonsten herrscht oberhalb der Waldgrenze mit Stufe 3 verbreitet eine „erhebliche Lawinengefahr“.

Der Neuschnee wurde von starkem Wind aus nordwestlicher Richtung begleitet und ist störanfällig. Die Triebschneeansammlungen sind groß und teils vom Neuschnee überdeckt. In den Hochlagen sind oberflächennah schwache Schichten aus kantigen Kristallen zu finden. Ansonsten ist die darunterliegende Altschneedecke laut Bayerischen Warndienst allgemein gut verfestigt. In Tirol wird hingegen weiter auf eine teils schwache Altschneedecke hingewiesen.

Auch in Bezug auf die weitere Entwicklung gehen die Einschätzungen etwas auseinander. In Bayern wird davon ausgegangen, dass die Lawinengefahr nach den Neuschneefällen etwas zurückgeht. In Tirol lautet die Ansage, dass die Lawinengefahr zumindest am Freitag noch gleichbleibt. In der Schweiz prognostiziert man, dass die Gefahr von trockenen Lawinen am Samstag in allen Regionen abnimmt.

Wochenendwetter

In der Nacht zum Freitag kommt es in den Ostalpen an der Alpennordseite zu weiteren Schneeschauern, begleitet von stürmischem Wind. Tagsüber verlagert sich der Niederschlag ganz nach Osten, während die Schauer von Vorarlberg bis zu den Salzburger Berge abklingen. Es ist winterlich kalt und es weht kräftiger Wind. In den Südalpen gibt es bei stürmischen Nordwind und sonnige Auflockerungen.
Am Samstag setzt sich überall sonniges Bergwetter durch. Der Wind schwächt sich deutlich ab, bleibt aber in exponierten Lagen noch stark. Die Temperatur liegt in 2000 m zwischen -9°C im Norden und 2°C im Süden.
Der Sonntag verläuft entlang der Alpennordseite stark bewölkt, vom Bregenzerwald bis zu den Ybbstaler Alpen schneit es noch leicht. Südlich des Alpenhauptkamms sowie der Niederen Tauern bleibt es mit lebhaftem Wind aus Nord bis Nordwest trocken bei lockerer Bewölkung. Es wird nur wenig milder.
In den Westalpen ist der Wetterablauf mit dem markanten Nord-Süd-Gegensatz ähnlich.

Fazit

Vom Wetter her ist der Samstag mit großem Abstand am vielversprechendsten. In den Bayerischen könnt ihr Skitouren von höher gelegenen Ausgangspunkten unternehmen. Diese sollten zu Beginn (wegen der meist fehlenden Unterlage) auf Forststraßen und über Wiesenhänge verlaufen. Oberhalb der Waldgrenze müsst ihr aber sehr gut aufpassen.
Dort dürfte die Lawinengefahr in den Nördlichen Kalkalpen und am Alpenhauptkamm am Wochenende bei „erheblich“ (Stufe) 3 liegen. Den aktuellen Lawinenlagebericht müsst ihr am Vorabend bei eurer Tourenplanung also unbedingt zu berücksichtigen.

Wäre nicht das instabile Wetter der Karwoche, wären mit einem Rückgang der Lawinengefahr die weiteren Aussichten für Skihochtouren gut. Bereits vor den Schneefällen waren z.B. die wilden Gletscherbrüche am Tödi (Glarner Alpen) relativ gut eingeschneit. Spätestens jetzt dürfte überall ausreichend Schnee auf den Gletschern vorhanden sein. Aber wie gesagt müsst ihr gut darauf achten wie sich Wetter- und Lawinenverhältnisse kommende Woche entwickeln.