10. - 12. 4. 2026

Typische Frühjahrsverhältnisse


Nach einem leicht verregneten Freitag ist am Wochenende freundliches Wetter angesagt. Wenn ihr rechtzeitig startet, sind die Bedingungen vor allem für Skihochtouren durchaus vielversprechend.


Rund um die Langtalereck Hütte herrschen derzeit gute Tourenbedingungen. Foto: JDAV/Pröttel


Schneelage

Skitouren sind in den Bayerischen Alpen nur noch von hohen Ausgangspunkten (wie z.B. von Hinterbrand zum Schneibstein (Berchtesgadener Alpen) möglich. Selbst die vergleichsweise hochgelegene und vor zehn Tagen noch perfekte Rotwand Reibn (Mangfallgebirge) macht mittlerweile mit Skiern wenig Sinn.

Vom Alpenhauptkamm werden beispielsweise rund um die Langtalereck Hütte (Ötztaler Alpen) oder am Stubaier Hauptkamm recht gute Skihochtouren-Verhältnisse gemeldet. Auch in der Schweiz sind die Spaltenzonen der Gletscher, wie zum Beispiel in der Bernina Gruppe und in der Monte Rosa Gruppe recht gut eingeschneit.

Die Schneequalität hängt der Jahreszeit entsprechend davon ab, ob sich nach Strahlungsnächten ein guter Firn entwickeln kann. Ansonsten ist der Schnee auch in mittleren Lagen bereits recht nass.

Lawinenlage

Im gesamten deutschsprachigen Alpenraum stieg die Lawinengefahr im heutigen Tagesverlauf von Stufe 2 (mäßige Gefahr) auf Stufe 3 (erhebliche Gefahr) an. Das Hauptproblem sind nass- und Gleitschneelawinen. Lawinen können in tiefe Schichten durchreißen und vereinzelt groß werden. Dies an allen Expositionen v.a. unterhalb von rund 2500 m sowie an sehr steilen West-, Süd- und Osthängen in hohen Lagen.

Gefahrenstellen für trockene Lawinen bestehen noch an sehr steilen Schattenhängen oberhalb von rund 2400 m und sind schwer zu erkennen. „Wumm“-Geräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke können auf die Gefahr hinweisen.

Durch verminderte Abstrahlung in der Nacht auf Freitag kann am Freitag die Nassschneeproblematik bereits am Vormittag auftreten. Während die Gefahr von trockenen Lawinen zum Wochenende hin weiter abnimmt, steigt die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen auch am Samstag und Sonntag im Tagesverlauf rasch an.

Wochenendwetter

Am Freitag sorgt eine Störung an von den Bündner Alpen und Rätikon bis zu den Niederen Tauern für eingeschränkte Sichten und schauerartigem Niederschlag, die Schneefallgrenze sinkt langsam gegen 2000 (Westen) bis 1200 m (Osten). Im Süden und Südwesten sorgt föhniger Nordwind oft für Wolkenauflösung. Bei Temperaturen auf 2000 m von -1 bis +6 Grad weht lebhafter bis starker Wind. Mit bis zu 15 cm wird in den Hohen Tauern der meiste Schnee erwartet.
Der Samstag bringt wolkenlosem Himmel und viel Sonne. Ein paar Quellungen am Alpensüdrand bleiben harmlos. Nun ganz im Osten der Ostalpen ist es bewölkter. Hier weht noch starker, sonst mäßiger bis lebhafter Nordwestwind bei einer Nullgradgrenze von 1800 m (Nordosten) bis 3000 (Südwesten).
Auch der Sonntag bringt zunächst sonnige Verhältnisse. Begünstigt ist diesmal die Osthälfte sowie generell der Süden, während im Westen tagsüber vermehrt Schleierwolken aufziehen. Von den Bündner bis zu den Kitzbüheler Alpen trübt es nachmittags stärker ein, erste Schauer sind möglich.

In den Westalpen verläuft der Freitag sonniger, wohingegen es am Sonntag früher von Westen her zu zieht.

Fazit0


Das kommende Wochenende bringt typische Frühjahrsverhältnisse. Was bedeutet, dass ihr hochgelegene Ausgangspunkte anvisieren und möglichst früh unterwegs sein solltet. Denn der tageszeitliche Anstieg der Lawinengefahr ist derzeit recht ausgeprägt. Das gilt umso mehr für Skihochtouren, auch wenn die Spaltenzonen derzeit gut eingeschneit sind. Den aktuellen Lawinenlagebericht müsst ihr wie immer unbedingt in eure Tourenplanung mit einbeziehen.