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Weekend Report

22. bis 24. Januar 2021

21.01.2021, 15:30 Uhr

Seit dem letzten Wochenende liegt auch am Bayerischen Alpenrand genug Schnee für Ski- und Snowboardtouren. Die Lawinenlage ist allerdings nicht ganz ungefährlich und auch in Bezug auf Corona Situation müsst ihr euch sehr verantwortungsvoll verhalten. Der CYR Weekend Report behandelt wegen der Reisewarnungen weiter nur den Deutschen Alpenraum.

Schneesituation

Die Westhälfte der der Bayerische Alpen hat in der vergangenen Woche viel Schnee abbekommen. Hier liegen die (gesetzten) Schneehöhen der Gipfel-Messstation westlich der Isar meist über 110 cm. Weiter im Osten hat es etwas weniger geschneit, so werden vom Dürnbachhorn (Chiemgauer Alpen) nur 70 cm gemeldet. Aber auch dort sind Skitouren mittlerweile möglich, wobei allerdings die Latschenzonen meist noch nicht gut eingeschneit sind.
Äußerst bemerkenswert ist übrigens die Schneestatistik für Osttirol. In Kötschach-Mauthen liegt die Neuschneesumme (Summe der täglichen Neuschneemengen) derzeit bei 331 cm, in einem durchschnittlichen gesamten Winter sind es 110 cm. Auch in der Ostschweiz liegen die Schneehöhen bei über 170 % des langjährigen Mittels.
Während man am letzten Wochenende in bestem Pulverschnee abfahren konnte, leidet die Schneequalität unter dem derzeitigen Tauwetter. Bis in mittlere Lagen ist die Schneedecke sonnseitig durchfeuchtet. Ansonsten hat sich die Schneedecke durch die warmen Temperaturen deutlich gesetzt. Mit der zu erwartenden Abkühlung am Wochenende kann sich der feuchte Schnee wohl wieder verfestigen, was zur Schneedeckenstabilität beitragen dürfte und uns zur Lawinenlage bringt.

 

Lawinensituation

Mit der Ausgabe des Lawinenlageberichts um 17:30 h wurde die Gefahr für den Deutschen Alpenraum aufgrund des Föhnsturms teilweise angehoben: In den Allgäuer-, Werdenfelser- und Berchtesgadener Alpen herrscht oberhalb 2000m eine erhebliche Lawinengefahr, ansonsten ist die Lawinengefahr in den bayerischen Alpen mäßig.
Das Hauptproblem in den Hochlagen ist frischer Triebschnee. Dieser kann in eingefrachteten Windschattenhängen, am Übergang von wenig zu viel Schnee und bei der Einfahrt in Rinnen und Mulden vom einzelnen Skifahrer als Schneebrettlawine ausgelöst werden. Lawinen können groß werden, wenn sie auf bodennahe, schwache Schneeschichten durchschlagen. Diese bodennahe Schwachschicht kann mit großer Zusatzbelastung gestört werden und ist auch in mittleren Lagen verbreitet zu finden.
Zudem kann sich nasser Schnee an sehr steilen, felsdurchsetzten, nach Süden exponierten Hängen, im Wald, an steilen Böschungen und Wiesenhängen von selbst lösen. Nassschneelawinen erreichen mittlere Größe, besonders wenn der Schnee am Boden abgleitet.
 

 

Wochenendwetter

In den Deutschen Alpen ist es am Freitag es föhnig. Sonnenschein und hohe Wolken wechseln. Dazu ist es windig und mild. Ab Nachmittag werden im Westen die Wolken dichter und breiten sich in Folge ostwärts aus. Nachts zieht dann eine Kaltfront mit Niederschlag herein. Die Schneefallgrenze sinkt von 1500 m gegen 900 m.
Nach nächtlichem Schneefall kommt es am Samstag zuerst im Westen, im Tagesverlauf aber auch im Osten zu einer kurzen Zwischenbesserung. Bei lebhaftem Westwind lockert es auf und es wird teilweise sonnig.
Am Sonntag wird es wieder unbeständig und kälter. Es sind weitere Schneeschauer wahrscheinlich. große Mengen sind aber nicht zu erwarten.

 

Fazit

Das Wetter ist zwar etwas durchwachsen, dafür könnte die Abkühlung und etwas Neuschnee am Sonntag die Schneequalität wieder verbessern. Bis dahin solltet ihr wegen der Gefahr von Nasschneelawinen frühzeitig unterwegs sein und nord-, bzw. westseitige Hänge vorziehen. Auf jeden Fall müsst am Vorabend jeder Tour den aktuellen Lawinenlagebericht einholen, da am jetzigen Donnerstag die genaue Situation am Wochenende noch nicht wirklich einschätzbar ist. Oberhalb von 2000 m ist aufgrund des Triebschneeproblems jedenfalls größte Vorsicht angesagt.
Zudem müsst ihr euch darüber informieren, ob ihr in den anvisierten Landkreis überhaupt einreisen dürft. Berchtesgaden und Miesbach heben ihr Gebiet derzeit für touristische Ausflüge gesperrt.