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Weekend Report

8. bis 10. März 2019

07.03.2019, 15:30 Uhr

Neuschneefälle haben dem Hochgebirge teilweise schönen Powder beschert, der am Donnerstag weiter anwachsen wird. Man muss am Wochenende daher aber auch gut auf die aktuelle Lawinengefahr achten.

Lawinensituation

In Vorarlberg, im Deutscher Alpenraum, in Tirol und im Bundesland Salzburg wurde am Donnerstag eine mäßige Lawinengefahr ausgegeben. In der Schweiz verbreitet sogar eine erhebliche Lawinengefahr.
Mit Neuschnee und starkem Wind aus wechselnden Richtungen entstehen teils störanfällige Triebschneeansammlungen. Die Gefahrenstellen liegen an sehr steilen Schattenhängen oberhalb von 2200 m. Die frischen Triebschneeansammlungen können schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden und mittlere Grösse erreichen. In der Höhe sind die Gefahrenstellen häufiger.
Am Alpenrand stellen wiederum Gleitschneelawinen das Hauptproblem dar. Diese rutschen an steilen Wiesenhängen, aus lückigem Bergwald sowie auf glatten Felsplatten am Boden ab. Lawinenauslösungen sind oberhalb 2000m an Sonnenhängen, darunter in allen Expositionen und zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.
Je nach Intensität von den für Donnerstag Nachmittag erwarteten Niederschlägen kann die Lawinengefahr in höheren Lagen auf Grund weiterer Verfrachtungen ansteigen. Die Gleitschnee Problematik wird mit weiterhin recht warmen Temperaturen und mit Regen in tieferen Lagen bestehen bleiben.

 

Schneesituation

Am Alpenrand geht es der insgesamt noch recht hohen Schneedecke langsam an den Kragen. So muss man z.B. beim Aufstieg von Aschau Richtung Kampenwand im unteren Teil bereits einige apere Stellen in Kauf nehmen. Während die Schneequalität in unteren Lagen ziemlich durchwachsen ist, hat sie sich in den Hochlagen mit Neuschnee teils stark verbessert. So wurden beispielsweise am Dienatsg aus der Silvretta schöne Pulverschnee-Abfahrten vom Rauhen Kopf und (sogar südseitig) vom Piz Linard gepostet. Und in den Kitzbüheler Alpen konnte man am Dienstag z.B. am nur 1912 m hohen Sausteigen auf einer dünnen aber feinen Powder-Auflage abfahren.
Ansonsten muss wie z.B. im Wettersteingebirge verbreitet mit einer harten Altschneedecke rechnen, die kleinräumig mit Triebschnee überlagert, windbeeinflusst und teils auch eisig ist. Was bei der Abfahrt in Sachen Tragfähigkeit immer wieder für Überraschungen sorgt.
 

 

Wochenendwetter

In der Nacht auf Freitag zieht die Kaltfront im Norden der Ostalpen ab und es lockert auf, teilweise sind in den Vormittagsstunden wenige Wolken zu sehen und Sichten sind gut. Am Hauptkamm und südlich davon halten sich noch länger dichte Wolken und Schneeschauer bis etwa 1300 m herab, im Süden bis 1600 m. Nachmittags nehmen die Wolken verbreitet wieder zu und es schneit es noch einmal kräftiger vor allem am Hauptkamm. Die Nullgradgrenze liegt zwischen1300 und 1800 m. Es werden bis zu 10 cm Neuschnee erwartet. Auch am Samstag Vormittag sind für ein paar Stunden wenige Wolken am Himmel zu sehen und die Sichten sind gut. Um Mittag ziehen von Westen Wolken auf, Niederschläge am nordwestlichen Alpenrand sind möglich. Inneralpin sowie in den Südalpen ist es zumindest teilweise aufgelockert und die Sichten sind etwas besser. In der Nacht zum Sonntag kann es in den Nordalpen bis etwa 1800 m herab etwas schneien. Am Arlberg schneit es dann wahrscheinlich den ganzen Tag weiter, am Nachmittag breiten sich die Schneefälle wieder entlang der Nordalpen aus. Der Süden bleibt wetterbegünstigt.
Auch in den Westalpen ist dieser Nord-Süd-Gegensatz fürs Wochenendwetter zu erwarten. Allerdings wird es am Samstag schon früher von Westen her schlechter.

 

 

 

Fazit

Am kommenden Wochenende ist ziemlich durchwachsenes und windiges Bergwetter zu erwarten. Zudem muss man sich genau über die aktuelle Lawinengefahr im jeweiligen Zielgebiet informieren, da diese zum Freitag hin je nach Schneefall-Intensität lokal ansteigen kann.
Angesichts der weiterhin warmen Temperaturen sind hoch gelegene Ausgangspunkte zu empfehlen. Allerdings sprechen die Wetterverhältnisse nicht unbedingt für Skihochtouren von hoch gelegen Alpenvereinshütten aus, sondern eher für Tagestouren von einem hoch gelegenen Tal aus.
Beim Freeriden muss man sich gut über verwantwortbare Variantenabfahrten im jeweiligen Skigebiet informieren, da durch den Wind gerade die Einfahrten in steile Rinnen Triebschnee aufweisen dürften.