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Weekend Report

26. bis 28.1.2018

25.01.2018, 15:30 Uhr

Seitdem der CYR Weekend Report besteht, gab es keine derart hohe Lawinengefahr wie am Montag. An diesem Tag wurde in weiten Teilen der Schweiz sowie in Teilen Tirols die maximale Lawinenstufe 5 ausgegeben. Jetzt haben sich die Bedingung wieder entspannt. Defensives Risikomanagement ist dennoch angesagt.

Lawinensituation

Abgesehen vom Deutschen Alpenraum wo bereits am Donnerstag ein mäßige Lawinengefahr herrschte, wurde für den sonstigen deutschsprachigen Alpenraum (Schweiz, Vorarlberg, Bundesland Salzburg, Tirol, Südtirol) die Lawinengefahr als erheblich eingeschätzt.

Als Höhengrenze zwischen mäßiger und erheblicher Lawinengefahr wurde in Tirol mit 2200 m angegeben. Das Hauptproblem bilden frische Triebschneeansammlungen, die sich mit Föhn immer wieder neu bilden. Diese Triebschneepakete sind meist klein, aber schon bei geringer Zusatzbelastung auslösbar. Mit Selbstauslösungen großer, trockener Lawinen ist nicht mehr zu rechnen.
Unterhalb 2200m konnte sich die durchfeuchtete Schneedecke während der Nacht stabilisieren. Im Laufe des Tages verliert sie mit Sonneneinstrahlung und milden Temperaturen wieder an Festigkeit, weswegen man Nasschneerutsche nicht ausschließen kann. Diese Abfolge ist auch in den kommenden Tagen zu erwarten.

 

Schneesituation

Während die Schneedecke in tiefen Lagen des Alpenrandes wegen der, am Montag hohen Schneefallgrenze wieder leidete, liegt ab einer Höhe von etwa 1000 m weit verbreitet überdurchschnittlich viel Schnee. So wurden am Brauneck auf knapp 1500 m am Donnerstag Vormittag 221 cm gesetzter Schnee gemessen!
Die Schneequalität ließ (z.B. in den Ammergauer Alpen am Mittwoch) wegen der warmen Temperaturen, bei noch fehlender nächtlicher Ausstrahlung zu wünschen übrig und war ziemlich feucht. Bei ausreichend kalten Nächten könnten sich aber hier und dort Firnverhältnisse ergeben.
In höheren Lagen ist der Schnee wiederum stark durch den Wind beeinträchtigt, weswegen man dort mit Harschdeckeln und abgeblasenen Rücken rechnen muss.

 

Wochenendwetter

In den Ostalpen ist es am Alpenrand und in Nordtirol am Freitag bei Südföhn teils sonnig. Südlich vom Alpenhauptkamm stauen sich dichtere Wolken.Die Temperatur auf 2000 m liegt bei -1 bis +4°C.Hinter der kurzen Föhnphase setzt sich am Samstag nach einer oft frostigen und trockenen Nacht die Sonne durch. Es wird nicht mehr ganz so mild. Die Nullgradgrenze liegt bei rund 2000m. Am Sonntag vormittags gibt es auch noch noch recht viel Sonne. Ab Mittag zieht es von Norden her jedoch zu. Sonnig bleibt es hingegen noch inneralpin und in Süd- und Osttirol.

In der Schweiz ist es am Freitag im Osten, sowie in den Alpen sonnig. Im Tagesverlauf gibt es aus Westen Bewölkungsverdichtung und in den Alpen aus Süden etwas Niederschlag. Schneefallgrenze zwischen 1200 bis 1400 m. Die Nullgradgrenze liegt bei 2000 m. In den Bergen weht ein mässiger, teils starker Südwest- bis Südwind.
Am Samstag ist es zunächst bewölkt, im Tagesverlauf gibt es aber in den Voralpen und Alpen zunehmend sonnige Abschnitte. Am Sonntag solle es über einer Hochnebeldecke von ca. 1000m sonnig werden. (Stand 25.1. - 12h)

 

Fazit

Am kommenden Wochenende sollte man noch keine hochalpinen Tourenziele ins Auge fassen und lieber nur bis in einer Höhenlage um die 2200 Meter unterwegs sein. Bei Variantenabfahrten abseits gesicherter Pisten muss man sich vor Ort genau informieren, welche Freeride-Optionen verantwortbar sind..
Vom Wetter her versprechen Freitag und Samstag die besten Tage zu werden. Und wenn es nachts ausreichend kalt ist und man rechtzeitig unterwegs ist, kann man auf der Abfahrt durchaus Firnverhältnisse erwischen.