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Verbreitet große Lawinengefahr!

Große Neuschneemengen machen das kommende Wochenende für Skitouren und Variantenabfahrten sehr problematisch.

 

CYR Weekend Report 10. bis 12. 3. 2017

 

Lawinensituation


Bis Freitag Vormittag stieg die Lawinengefahr in großen Teilen des deutschsprachigen Alpenraums auf Stufe vier der fünfteiligen Skala. Auch in Bayern herrscht oberhalb von 1800 m  eine große Lawinengefahr.
Starke Höhenwinde aus West bis Nordwest führten bereits in den letzten Tagen zu umfangreichen Triebschneeansammlungen, die nur schlecht mit der Altschneeoberflächeverbunden und sehr störanfällig sind. Am Donnerstag kamen in den Hochlagen teils große Neuschneemengen hinzu. Unterhalb etwa 1800m ist die Schneedecke weitgehend durchfeuchtet und verliert durch den Regen immer mehr an Festigkeit.
Frische und ältere Triebschneeansammlungen bleiben störanfällig und können schon bei geringer Zusatzbelastung als Lawinen ausgelöst werden. Laut Tiroler Warndienst können in Regionen mit einem Altschneeproblem  Lawinen auch bis in tiefe Schichten durchreißen und dann größere Ausmaße erreichen. Dadurch bleiben auch exponierte Verkehrswege gefährdet. Gefahrenstellen liegen in Steilhängen und Kammlagen aller Richtungen, wobei Anzahl und Verbreitung der Gefahrenstellen mit der Seehöhe zunehmen. Es ist auch heute mit Selbstauslösungen von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen.
Auch in Vorarlberg und am nördlichen Schweizer Alpennordhang vom Lötschental bis Liechtenstein, sowie am Südtiroler Hauptkamm ist die die Situation sehr kritisch. Etwas besser schaut es im Oberengadin und südlich des Hinterrheins aus, wo "nur " eine erhebliche Lawinegefahr herrscht.

Die Lawinenlage wird in den kommenden Tagen kritisch bleiben.

 

 

Schneesituation

Durch die Schneefälle der vergangenen Tage hat sich die Schneesituation am Alpenrand und in den Voralpen nur kurzzeitg verbessert, da es am Donnerstag wieder bis auf 1400 m bis 1800 m regenete.

Im Hochgerbirge ist hingegen sehr viel Neuschnee gefallen: In den vergangenen 24 Stunden gab es in der Silvretta, dem Raum Arlberg/Außerfern, entlang der Nordalpen, im Nordtiroler Unterland sowie am Zillertaler und Tauernkamm 50 bis 70cm Neuschneezuwachs. Damit fielen in den neuschneereichen Regionen innerhalb der vergangenen drei Tage bis zu einem Meter Neuschnee. Auch in der Schweiz kamen vor allem am nördlicher Alpenkamm vom Lötschental bis ins Liechtenstein, in den Schwyzer Voralpen, den nördlichen Glarner Alpen und in Nordbünden große Neuschneemengen zusammen.

 

 

Wochenendwetter

In der Nacht auf Freitag kühlt es deutlich ab, die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 800m, in den Nordalpen werden die Niederschläge allmählich schwächer. Am Vormittag ziehen sich die Schneeschauer Richtung Osten zurück, westlich der Linie Karwendel-Zillertaler Alpen lösen sich die Wolken bis Mittag auf und es wird überaus sonnig. Östlich davon bleibt es stark bewölkt, schwach bis mäßige Schneeschauer ziehen sich bis in den Abend hinein. Auf den Bergen ist mit starkwindigen bis stürmischen Verhältnissen zu rechnen.
Am Wochenende stellt sich freundliches Bergwetter ein. Der Nordwind lässt deutlich nach, am Sonntag ist es nur mehr schwachwindig. Am Samstag ist es bis in den Nachmittag hinein wolkenlos, dann ziehen im Westen hohe Schleierwolken auf. Es ist der Jahreszeit entsprechend frisch. Am Sonntag erwarten die Meteorologen mit einem Mix aus Sonne und mittelhohen Wolkenfeldern brauchbares Bergwetter.
In den Westalpen verspricht bereits der Freitag ein schöner Bergtag zu werden. Generell wetterbegünstigt ist an allen Tagen die Alpensüdseite.
 
 

Fazit

Zunächst ist zu betonen, dass man sich in den kommenden Tagen gut überlegen sollte, ob man überhaupt eine Skitour unternimmt. Man muss sehr hohes Lawinen Know How mitbringen und darf nur wirklich sichere Touren in Betracht ziehen. Zudem muss man hoch gelegene Ausgangspunkte aufsuchen, da der Neuschnee der letzten Tagen unterhalb von 1400 m vom vielen Regen wieder weg geschmolzen ist.

Wenn man mehrere Tage Zeit hat, macht es vom Wetter her Sinn, sich in Richtung Westen zu orientieren, wo man mit etwas Glück von Freitag bis Sonntag drei vom Wetter her brauchbare Tage erwischen kann. Hier könnte das südliche Graubünden ein mögliches Gebiet sein, weil dort "nur" eine erhebliche Lawinengefahr herrscht.

(Stand 10.3. - 8 h)

Wichtiger Hinweis: Den aktuellen Lawinenlagebericht und die neuesten Wetterprognosen muss man bevor es losgeht natürlich trotzdem abchecken. Denn beides kann sich schneller ändern als einem lieb ist!