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Unten Nass- und Oben Triebschnee

Das kommende Wochenende verspricht durchwachsene Aussichten, die aber dennoch nicht dazu zwingen ganz zu Hause zu bleiben.

Weekend Report 3. bis 5. 2. 2017

 

Lawinensituation

Mit Ausnahme vom Osten der Bayerischen Alpen (östliche der Isar), Teilen Südtirols und den Kitzbüheler Alpen wurde für den deutschsprachigen Alpenraum am Donnerstag verbreitet eine erhebliche Lawinengefahr ausgegeben. In tiefen und mittleren Höhenlagen ist die Schneedecke feucht bzw. in schneeärmeren Bereichen vollkommen durchnässt. Oberhalb etwa 2200m konnte der teils starke Südwind den gefallenen Neuschnee verfrachten. Dieser liegt schattseitig auf einer sehr locker aufgebauten Schneeoberfläche, die eine ideale Schwachschicht für Schneebrettlawinen bildet. Es ist von einer sehr hohen Störanfälligkeit von frischen Triebschneepaketen in diesen Bereichen auszugehen! Zudem findet man vor allem am Alpenhauptkamm in der Schneedecke noch bodennahe Schwachschichten, v.a. oberhalb etwa 2300m, vermehrt im Sektor W über N bis O.

Am kommenden Wochenende wird die Gefahr nur langsam zurückgehen und kann in Teilen der Schweiz (Wallis und Tessin) durch Neuschnee noch weiter ansteigen.

 

Schneesituation

Seit Mittwoch erhielt der bayerische Alpenraum oberhalb von 1400 m einen Neuschneezuwachs von meist 10cm, in den Hochlagen von bis zu 20 cm. Darunter regnete es in die Schneedecke. Deswegen ist in tiefen und mittleren Lagen die Schneedecke auch schattseitig oft bis zum Boden durchfeuchtet. Hier wird sich die Schneedecke wohl erst nach dem Ende einer kurzen, bevorstehenden Föhnphase ab dem Sonntag wieder verfestigen. Südseitig sind viele Hänge ohnehin ausgeapert.

Am Alpenhauptkamm schwankte die Schneefallgrenze in den letzten Tagen zwischen 1100 und 1800 m. Dort ist in den Hochlagen am meisten Schnee in Graubünden der Silvretta, sowie im Gotthardgebiet gefallen.

 

 

Wochenendwetter

Am Freitag ist die Nordseite der Ostalpen bis mittags wetterbegünstigt. Ansonsten zieht es am Nachmittag rasch zu und es setzt von Südwesten her Schneefall ein. Am Samstag bleibt es vom Engadin über die gesamte Alpensüdseite und Vorarlberg bis zu den Stubaier Alpen überwiegend bewölkt mit schlechter Sicht. Von den Kitzbüheler Alpen Richtung Osten kann sich vormittags noch die Sonne zeigen, ehe es nachmittags auch hier zuzieht. Die Schneefallgrenze sinkt gegen 1100 m. Am Sonntag ist es überall wechselhaft mit Wolken und Schneeschauern und teils starkem Westwind.

In den Westalpen schaut es insgesamt noch durchwachsener aus, wobei die Schneefallgrenze dort zwischen 1100 und 1400 m liegen soll.

 

Fazit

Die Tourenbedingungen fürs kommende Wochenende sind ziemlich heikel. Einerseits muss man wegen der durchfeuchteten Schneedecke möglichst hoch gelegene Ausgangspunkte aufsuchen. Anderseits darf das anvisierte Gelände oberhalb der Waldgrenze nicht lawinengefährlich sein.
Vom Wetter versprechen die Ostalpen, östlich des Zillertals die besten Verhältnisse.
Von daher ist es beispielsweise keine schlechte Idee, zwei Tage in die Kitzbüheler Alpen aufzubrechen, wo laut Lagebericht eine mäßige Lawinengefahr herrscht und Foreneinträge von 20 cm Pulverschnee (oberhalb von etwa 1500 m) berichten.

Es bleibt zu hoffen, dass die für Montag und Dienstag angekündigten Schneefälle einer „aktiven Kaltfront“ die Schneeverhältnisse wieder verbessern.

(Stand 2.2. 16 h)

Wichtiger Hinweis: Den aktuellen Lawinenlagebericht und die neuesten Wetterprognosen muss man bevor es losgeht natürlich trotzdem abchecken. Denn beides kann sich schneller ändern als einem lieb ist!