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Triebschnee Gefahr wird wieder ansteigen

Die kommenden Tage bringen Neuschnee, der einmal mehr unter starkem Windeinfluss fällt.

Lawinensituation

In allen deutschsprachigen Lawinenlageberichten wurde (mit Ausnahme des Engadins) für Donnerstag eine erhebliche Triebschneegefahr ausgegeben.

Die Gefahrenstellen liegen oberhalb der Waldgrenze im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Südost, sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden. Zudem ist in den Tiroler Bergen schattseitig der ungünstige Aufbau der bodennahen Schichten zu beachten: Hier findet man zwischen härteren Krusten häufig aufbauend umgewandelte, lockere Schneekristalle eingelagert, die als Lawinengleitfläche in Frage kommen

Unterhalb von 1800 m sind wegen des Temperaturanstieges und Regens außerdem aus allen Hangrichtungen an steilen Wiesenhängen oder aus lückigen Bergwäldern mit glattem Untergrund Selbstauslösungen von Lockerschnee- und Schneebrettlawinen möglich.

Diese Gefahr wird mit dem zu erwartenden Temperaturrückgang eher zurückgehen, während die Triebschneegefahr am Freitag weiter ansteigen kann.

 

Schneesituation

Die Schneefälle des vergangenen Wochenendes haben die Schneelage vor allem am Alpenrand weiter verbessert, wobei man aber weiterhin mit Steinkontakt vor allem im Waldgelände rechnen muss. Der Temperaturanstieg dürfte aber zur Setzung der Schneedecke geführt haben, was die Bildung einer festen Unterlage fördert. Die angesagten Schneefälle dürften die Gesamtsituation weiter verbessern.

Vor allem am Alpenhauptkamm sind die Schneehöhen noch unterdurchschnittlich, weswegen Kare mit großem Blockgelände noch nicht ausreichend eingeschneit sind. So verzeichnet man beispielsweise in den Schweizer Alpen nur 30 – 60 % der Schneeauflage des langjährigen Mittels. Zudem sind oberhalb der Waldgrenze nach wie vor viele Bergrücken aufgrund der starken Winde abgeweht.

 

Wochenendwetter

Auf der Nordseite der Ostalpen bringt eine massive Kaltluft am Freitag weiteren Neunschnee. Es bleibt stürmisch und der Schnee wird massiv verfrachtet. Dazu herrscht verbreitet schlechte Sicht. Auch die Alpensüdseite bekommt Neuschnee. Die Temperatur liegt in 2000m bei -12 Grad. Die nächste Kaltfront bringt am Samstag vor allem im Nordstau Schnee. Auf den Bergen des Arlbergs und des Außerferns kommen von Freitag und Samstag deutlich mehr als 50 cm Neuschnee zusammen. Der Sonntag verläuft im Norden dicht bewölkt, an der Alpensüdseite weitgehend trocken und sonnig.

Auf der Nordseite der Westalpen verläuft der Freitag ähnlich, wohingegen am Samstag dort nur mit leichteren Schneefälle in den Nordstaulagen gerechnet wird. In den südlichen Regionen in der Früh noch sonnig, später immer wieder Wolkendurchzug. Am Sonntag klingen die Schneefälle ganz ab und die Bewölkung beginnt etwas aufzulockern.

 

Fazit

Die kommenden Tage bringen ein äußerst durchwachsenen Ski-Wetter. Auch wegen der erheblichen Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze und den dort unterdurchschnittlich Schneehöhen ist von einem Trip Richtung Alpenhauptkamm abzuraten.

Vielmehr macht eine Tagestour am Sonntag am Alpenrand Sinn. Vorausgesetzt man verhält sich risikobewusst und bleibt im sicheren Waldgelände. Selbst dort sollte man nicht durch größere, steile Schneisen und Wiesenhänge abfahren.

Stand 12.1.2017 – 15:30 h