jdav-logo-template 120x50

Neuschnee könnte nicht schaden

Die kommenden Tage versprechen recht gute Touren-Bedingungen, die aus Termingründen auch diese Woche bereits am Mittwoch Abend zusammengefasst werden.

Weekend Report 26. bis 29.1. 2017

 

Lawinensituation

Im Großteil des deutschsprachigen Alpenraums herrscht derzeit eine geringe, bzw. oberhalb der Waldgrenze eine mäßige Lawinengefahr.

In Teilen Graubündens, sowie am Tiroler Alpenhauptkamm wird jedoch nach wie vor Lawinenstufe drei ausgegeben. Die Hauptgefahr geht dort vom störanfälligen Fundament der Schneedecke aus. Die Gefahrenstellen liegen in steilen, schattseitigen Hängen, im Höhenbereich zwischen etwa 2000 m und 2800m. Hier können Lawinen zum Teil schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Vereinzelte Gefahrenstellen für trockene Schneebrettlawinen findet man auch im kammnahen Gelände oberhalb etwa 2400m. Hier sollten besonders frische, kleinräumige Triebschneeansammlungen vorsichtig beurteilt werden.

In den kommenden Tagen dürfte sich an der Gesamtsituation nicht viel verändern. Die Altschneeproblematik am Alpenhauptkamm verbessert sich nur langsam.

 

Schneesituation

Auch wenn die allgemeine Schneelage alles andere als üppig ist, sind die meisten Skitouren und Varianten-Abfahrten möglich. Das gilt insbesondere für den Alpenrand und die nördlichen Kalkalpen. Am Alpenhauptkamm sind die Schneehöhen nach wie vor unbefriedigend. Hier sind Blockfelder immer noch nicht gut eingeschneit und viele Rücken abgeweht.

Die Abnahme der Schneehöhen von Nord nach Süd kommt gut in den Schneekarten des Schweizer WSL zum Ausdruck. Diese zeigen beispielsweise rund um den Walensee 90 - 110 %, entlang des Vorderrheins ca. 60 – 90 % und an der Grenze zum Tessin nur noch 30 – 60 % des langjährigen Mittels. In den Ostalpen liegt mit am meisten Schnee weiterhin in Vorarlberg und in den Allgäuer Alpen.

 

Wochenendwetter

Am Donnerstag und Freitag ist es in den gesamten Nordalpen sonnig. Bei mäßigem Winden liegen die Temperaturen zwischen +2 und -2 °C auf 2000 m. Zum Samstag dreht der Wind auf Süd und es entsteht eine leichte Föhnlage, die im Südwesten der Ostalpen (vor allem Engadin) etwas Niederschlag bringt. Auf der Alpennordseite ist es weiterhin sonnig. Die Wolkenfelder können zeitweilig aber auch bis Vorarlberg übergreifen.

Am Sonntag klingt der Niederschlag im Südwesten der Alpen ab. Am Westrand teils noch wolkig, ansonsten ist es wieder überall recht sonnig.

 

Fazit

Sowohl vom Wetter, als auch von den Schneehöhen und der Lawinengefahr her macht es am meisten Sinn, in den Nordalpen zu bleiben. Wer schon schon am Donnerstag oder Freitag Zeit hat, sollte gleich diese beiden Tage nutzen. Zum Wochenende hin werden die Temperaturen dann ansteigen, so dass man nordseitige Abfahrten anvisieren sollte. Denn es ist eher unwahrscheinlich, dass sich bereits im Januar südseitig gute Firn-Verhältnisse einstellen.

Generell sind bekannte Skitouren und Freeride Abfahrten schon ziemlich zerfahren, weswegen Neuschnee bestimmt nicht schaden würde.

 

(Stand 25.1. - 17:30 h)

 

Wichtiger Hinweis: Den aktuellen Lawinenlagebericht und die neuesten Wetterprognosen muss man bevor es losgeht natürlich trotzdem abchecken. Denn beides kann sich schneller ändern als einem lieb ist!