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CYR Weekend Report

14. bis 16. 1. 2022

13.01.2022, 15:31 Uhr

Nach dem Neuschneefällen des Wochenwechsels hat sich die Powder-Lage in den Deutschen Alpen nur geringfügig verbessert. Ski-oder Snowboardtouren sind dort am ehesten im Allgäu möglich. In unseren Nachbarländern gibt es hingegen durchaus lohnende Ziele.

Schneesituation

Der Deutschen Alpenraum hat einmal mehr vor allem das Allgäu einen nennenswerten Schneezuwachs erhalten. Dort sind (möglichst nordseitige) Skitouren von hoch gelegenen Ausgangspunkten vor allem auf Wiesen und Waldschneisen wieder möglich. Weiter im Osten ist die Schneelage leider weiterhin sehr dürftig. Etwas besser schaut es ansonsten ganz im Osten aus, wo die östlichen Chiemgauer Alpen etwa 30 cm Neuschnee abbekommen haben.
Inneralpin ist die Situation deutlich besser. Allerdings sollte man auch z. B. in den Kitzbüheler und Tuxer Alpen hoch gelegene und möglichst nordseitige Ausgangspunkte anvisieren, wo der Altschnee die Wärmeperiode des Jahreswechsels überdauern konnte.
Oberhalb von etwa 1600 m findet man in großen Teilen von Österreich und er Schweiz ausreichend Schnee, muss aber auch dort mit, vom Schnee unzureichend zugedeckten Felsen und auf Rücken und windexponierten Hangflanken mit abgewehten Bereichen rechnen.
 

 

Lawinensituation

Im gesamten deutschsprachigen Alpenraum wurde für Donnerstag oberhalb von 1600 m (inneralpin höher) eine mäßige Lawinengefahr ausgegeben. Der Triebschnee der letzten Tage ist das Hauptproblem. Schneebrettlawinen mittlerer Größe können stellenweise noch mit geringer Zusatzbelastung (siehe unten: good to know), zum Beispiel durch einen einzelnen Wintersportler, ausgelöst werden. Gefahrenstellen finden sich ab der Waldgrenze und in den Hochlagen kammnah in Steilhängen der Expositionen West über Nord bis Ost und in, mit Triebschnee verfüllten Rinnen und Mulden. Anzahl und Umfang der Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu.
Zudem können sich auf steilen Wiesenhängen vereinzelt kleine bis mittelgroße Gleitschneelawinen von selbst lösen.
Die Situation wird sich in den kommenden Tagen nicht wesentlich ändern. In den Hochlagen dürfte sich die Lage leicht entspannen, in den tieferen Lagen könnten Gleitschneelawinen vermehrt ein Thema werden.
 

 

Wochenendwetter

Alpen: Am Freitag scheint in den Ostalpen überall die Sonne. Dazu ist es sehr mild für die Jahreszeit, aber teilweise auch sehr windig, vor allem gegen Osten zu, wo starker Nordwestwind weht. Die Nullgradgrenze liegt bei etwa 2700 bis 3200 m.
Auch das Wochenende verläuft sehr sonnig mit zunächst milden Temperaturen, die am Sonntag dann zurückgehen.
Auch in den Westalpen bringen die kommenden Tage viel Sonne.
 

 

Fazit

Vom Berg-Wetter her kann man sich am Wochenende bestimmt nicht beschweren. In Sachen Schneelage und auch aufgrund der hohen Temperaturen machen vor allem Touren in Richtung Alpenhauptkamm Sinn. Neben den jeweiligen Corona-Bestimmungen müsst ihr allerdings auch noch eine gewisse Triebschnee-Gefahr m Blick haben. Wer in Deutschland Tiefschnee sucht wird hingegen an hochgelegenen Ausgangspunkten in den Allgäuer Alpen fündig.

good to know
Geringe Zusatzbelastung

Im aktuellen Bayerischen Lawinenlagebericht wird darauf hingewiesen, dass Schneebrettlawinen teils noch mit geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden können. Damit sind einzelne Ski- oder Snowboarder, einzelne Schneeschuhgeher oder mehrere Wintersportler mit Entlastungsabständen gemeint.