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CYR Weekend Report

9. bis 11. April 2021

08.04.2021, 14:38 Uhr

Das teils extreme Auf und Ab der Temperaturen des letzten Winters setzt sich auf zum Frühlingsbeginn fort. Durch den Wintereinbruch am Alpenrand diese Woche kann man bei Ski- und Snowbord-Touren zumindest morgen noch auf Powder hoffen. Allerdings müsst ihr die angespannte Lawinensituation bei der Tourenplanung wirklich gut im Blick haben!

Schneesituation

Von Montagabend bis zum heutigen Donnerstag wollte es der „April-Winter“ am Bayerischen Alpenrand anscheinend noch einmal so richtig wissen. Dort sind in den letzten Tagen verbreitet bis zu 40 cm, im Allgäu teilweise sogar mehr als ein halber Neuschnee gefallen. So liegen die Schneehöhen Nebelhorn (2075 m) bei derzeit 255 cm. Aber auch am deutlich niedrigeren Brauneck (Messstation 1484 m) werden immerhin noch  162 cm gemessen.
Allerdings waren so gut wie überall nach der extrem warmen Karwoche viele tiefer gelegene Ausgangspunkte und Waldbereiche ausgeapert. An hohen Ausgangspunkten waren (wie dem Kleinwalsertal oder Balderschwang im Allgäu) aber auch am Osterwochenende noch Skitouren ohne Tragepassagen möglich.
Nach den Neuschneefällen dürften aber auch anderswo auch nicht ganz so hoch gelegene Forststraßen und Skipisten eine ausreichende Schneeauflage aufweisen, um Skitouren wieder unternehmen zu können.

 

Lawinensituation

Im bayerischen Alpenraum herrschte am Donnerstag oberhalb der Waldgrenze mit Stufe drei eine erhebliche Lawinengefahr. Das Hauptproblem sind frische Triebschneeansammlungen, die bereits durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Skifahrers als Schneebrettlawinen ausgelöst werden können. Gefahrenstellen befinden sich im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Südwest sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden. Aus neuschneebeladenen, felsdurchsetzten Steilflächen ist bei Sonneneinstrahlung zudem mit der Selbstauslösung auch großer Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen. An vormals ausgeaperten, jetzt wieder eingeschneiten, glatten Wiesenhängen und im lückigen Bergwald Gleitschneelawinen abrutschen.
Skitouren erfordern zur Zeit Vorsicht und gutes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Zum Wochenende hin wird es sonnig und milder, wodurch das Problem von Nassschneelawinen größer wird. Die Lawinensituation wird vorerst angespannt bleiben.

 

Wochenendwetter

Am Alpenrand ziehen nach einer klaren Nacht am Freitagmorgen im Westen hohe, zunächst dünne Wolken auf. Der Wind dreht auf Südwest und frischt auf. Im Norden wird es föhnig. Die Temperatur liegt auf 2000 m noch bei eher kühlen -4°C.
Am Samstag frischt der Südföhn auf. Am Alpennordrand wird es überwiegend sonnig und mild. Die Temperatur auf 2000 m steigt auf +5°C an. Auch am Sonntag ist es nördlich des Alpenhauptkammes mit Föhn recht freundlich mit in den Bergen starkem Wind. Tendenziell ist im Osten mehr Sonne zu erwarten als im Westen.

 

Fazit

Wer kann, der sollte bereits den morgigen Freitag für eine Skitour nutzen. Denn dann herrschen bis Mittag noch vergleichsweise kühle Temperaturen. Am Samstag müsst ihr dann sehr früh unterwegs sein, damit die Gefahr von Nassschneelawinen nicht allzu groß wird. Außerdem ist angesichts der Föhnlage nicht ganz klar, ob sich in der Nacht auf Samstag ein Harschdeckel ausbilden kann.
An beiden Tagen müsst ihr das Triebschneeproblem gut im Blick haben und unbedingt die im aktuellen Lawinenlagebericht genannten kritischen Bereiche meiden. Generell ist es daher keine schlechte Idee Ski- und Snowboardtouren an hoch gelegenen, eher nordseitigen Skipisten und Waldschneisen zu unternehmen, an denen sich der Powder der letzten Tage wohl am längsten halten wird.
Der noch wärmere Sonntag ist dann eher zum Einläuten der Sportklettersaison geeignet. Schließlich können dann die Tal-Temperaturen beispielsweise im Chiemgau auf über 20°C steigen.