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CYR Weekend Report

19. bis 21. März 2021

18.03.2021, 14:57 Uhr

Diese Woche bescherte dem Bayerischen Alpenraum einen Neuschneezuwachs, von dem man im Februar nur hätte träumen können. Allerdings ist in Sachen Lawinengefahr am Wochenende ein echt defensives Risikomanagement angesagt!

Schneesituation

Am Deutschen Alpenrand sind in den letzten vier Tagen verbreitet 50 cm, im Werdenfelser Land, im Allgäu und den Berchtesgadener Alpen teilweise über einen Meter Neuschnee gefallen. So werden derzeit am Nebelhorn (Allgäuer Alpen) auf 2075 Metern Höhe stolze 233 cm, am Osterfelder (Wettersteingebirge) auf 1800 Metern 228 cm Schneehöhe gemessen. Und morgen Nachmittag sowie Samstagvormittag wird wohl noch weiterer Neuschnee hinzukommen.
Während der Neuschnee weiter unten recht schwer ist, winken oberhalb von etwa 1000 Metern powderturns vom Feinsten. Und wegen der bis Sonntag tiefen Temperaturen wird sich der Pulverschnee in den höheren Lagen übers Wochenende wohl halten. Allerdings ist Lawinensituation alles andere als sicher ein defensives, wie ihr im nächsten Abschnitt sehen könnt.

 

Lawinensituation

Im bayerischen Alpenraum herrschte am Donnerstag oberhalb 2200 m teilweise eine große Lawinengefahr (Stufe 4). Ansonsten ist die Lawinengefahr verbreitet erheblich (Stufe 3). Das Hauptproblem stellt der Neu- und Triebschnee dar. Gefahrenstellen befinden sich im Steilgelände aller Hangrichtungen vor allem in eingewehten Bereichen, hinter Geländekanten und in triebschneeverfüllten Rinnen und Mulden. Mittelgroße bis teilweise große Schneebrettlawinen können bereits durch einen einzelnen Skifahrer ausgelöst werden. Anzahl und Umfang der Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu. Der Triebschnee ist oft von lockerem Neuschnee überdeckt und dadurch schwer zu erkennen. Lockerschnee- und Schneebrettlawinen können sich zudem aus dem eingewehten Steilgelände von selbst lösen und ebenfalls besonders in den Hochlagen groß werden. Der Neu- und Triebschnee liegt schattseitig auf einer lockeren, sonnseitig auf einer verharschten Altschneeoberfläche, wobei die Verbindung zwischen Neu- und Altschnee mit der Höhe schlechter wird. Auch innerhalb der Neu- und Triebschneepakete sind schwache Zwischenschichten entstanden, die störanfällig sind und stellenweise ist Graupel eingelagert. In tieferen Lagen liegt der Neuschnee auf dem ausgeaperten Untergrund und wird von unten her feucht, was Gleitbewegungen begünstigt.
Die Lawinenlage wird sich zum Wochenende hin wohl leicht entspannen, aber in Hochlagen wohl bei Stufe 3 , also „erheblich“ bleiben.

 

Wochenendwetter

In den Bayerischen Alpen verläuft der Freitag winterlich kalt und wechselhaft. In den Nordalpen überwiegt schon vormittags starke Bewölkung mit örtlich leichten Schneeschauern. Ab Nachmittag ist mit aufkommenden Schneeschauern zu rechnen. Die Temperatur liegt auf 200 m zwischen -10 und -5°C. Es weht ein mäßiger Nordostwind. Mit einer kalten Nordostströmung bleibt es auch am Samstag winterlich kalt und unbeständig. Die höheren Gipfel stecken in Wolken es gibt zeitweilig leichten Schneefall.
Am Sonntag ziehen nach einem eiskalten Morgen aus Nordwesten Schichtwolken einer Warmfront auf, die an der westlichen Alpennordseite für diffuser Sicht sorgen. Nach Osten zu bleibt es bis mittags überwiegend sonnig und trocken. Später zieht es auch hier zu, gleichzeitig sinkt die Wolkenuntergrenze und es setzen mit lebhaftem Nordwind bis zum Abend von West nach Ost leichte Schneefälle ein.

 

 

Fazit

Warm anziehen und nochmal raus in den Winter… lautet die Devise für alle Tiefschnee Fans am kommenden Wochenende. Allerdings müsst ihr bei der Planung für Ski- und Snowboardtouren und auch unterwegs wirklich vorsichtig sein. Einerseits herrscht mit großer Sicherheit auch am Wochenende eine erhebliche Lawinengefahr. Besonders achtgeben müsst ihr dabei auf mit Triebschnee eingewehten (Steil)rinnen. Andererseits ist auf unter dem Neuschnee lauernde „sharks“ hinzuweisen. Gerade in Waldbereichen und an Südhängen, die zuvor komplett aper waren, können Felsen oder Baumstümpfe nur von einer lockeren Neuschneeschicht bedeckt und somit schwer zu erkennen sein. Von daher ist es eine gute Idee, zumindest in (zuvor schneearmen) tiefer gelegenen Regionen auf Wiesenhängen, Waldschneise oder Forststraßen abzufahren.
Vom Wetter her macht es wohl am meisten Sinn , sich sonntags in Richtung Osten hin zu orientieren.