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CYR Weekend Report

26. bis 28. Februar 2021

25.02.2021, 15:01 Uhr

Die Kombination einer geringen Schneelage mit den Corona bedingten Reiseeinschränkungen macht es Tiefschnee-Fans alles andere als leicht . Guten Powder findet man derzeit höchstens am Alpenhauptkamm. Im Bayerischen Alpenraum muss man den Schnee hingegen schon suchen … kann aber durchaus noch Ski- und Snowboardtouren unternehmen.

Schneesituation

Der eher geringen Schneelage in den Bayerischen Alpen ging es in den vergangenen, sehr warmen Tagen weiter an den Kragen. Ski- und Snowboardtouren sind aber von höher gelegenen Ausgangspunkten aus noch möglich. Vor allem in nordseitigen Karen wie dem Schöttelkar oder dem Dammkar liegt noch ausreichend Schnee. Auf dem Weg dorthin sind aber auf den zunehmend ausapernden Forststraßen oft schon Bike & Hike keine schlechte Idee, wobei allerdings die Gefahr durch Eisplatten zu berücksichtigen ist.
Gut möglich sind Skitouren meist noch auf den (nach wie vor nicht in Betrieb befindlichen) Skipisten.
Am meisten Schnee liegt nach wie vor noch im Allgäu, wo man auch von nicht so Startpunkten (wie beispielsweise Gunzesried Säge) aus gleich die Ski anschnallen kann.
Aber auch hier können sonnenseitige Hänge (wie z. B. die Südwestflanke des Elfer) weitgehend schneefrei sein.

 

Lawinensituation

Am frühen Vormittag wird die Lawinengefahr im bayerischen Alpenraum derzeit als gering (Stufe 1) eingestuft. Mit frühlingshaften Temperaturen und Sonne steigt dann die Lawinengefahr im Tagesverlauf auf mäßig (Stufe 2) an. Nassschnee stellt das Hauptproblem dar. Mit der oberflächlichen Durchfeuchtung der Schneedecke ist vor allem aus sonnenbeschienenen Steilflächen mit der Selbstauslösung meist kleinerer, vereinzelt auch mittelgroßer, oberflächlicher Nassschneelawinen zu rechnen. In mittleren Lagen kann auf steilen, glatten Wiesenhängen und im lichten Bergwald der Schnee auch am Boden abgleiten. Hänge mit Gleitschneerissen deshalb meiden.
Dieser eher für Mitte März als für Februar typische Tagesgang wird wohl auch am Wochenende noch anhalten, wobei die Gefahr durch Nassschneelawinen durch die zurück gehenden Temperaturen wohl auch etwas abnehmen wird.
In den vergangen Tagen gab es vor allem am Alpenhauptkamm einige große Nassschneelawinen, die zu Glück zu keinen Todesopfern führten. Im Gegensatz zu einem tödlichen Schneebrettunfall am Warscheneck (Totes Gebirge). Dieser ging allerdings nicht auf die Nassschneeproblematik, sondern auf ein teilweise in den Hochlagen immer noch bestehendes Altschneeproblem zurück.

 

Wochenendwetter

In den Deutschen Alpen bringt der Freitag erst Sonne, am Nachmittag machen sich erste Wolken bemerkbar, die in der Nacht auch zu etwas Niederschlag führen können. Die abziehende, eher schwache Kaltfront lässt am Samstag dichte Wolken zurück. Die Temperatur auf 2000 Metern fällt von +4°C am Freitag auf -4°C am Samstag. Am Sonntag  scheint dann wieder verbreitet die Sonne, wobei die Temperaturen wieder etwas ansteigen.

 

Fazit

Nachdem die frühlingshaften Tourenbedingungen anhalten, dürft ihr bei Snowboard- und Skitouren eure Harscheisen nicht vergessen. Klar ist auch: In steileren Karen, sowie Rinnen müsst ihr das Ansteigen mit Harscheisen auch gut beherrschen. Die Absturzgefahr auf hart gefrorenem Schneeuntergrund ist alles andere als zur unterschätzen! Das gilt natürlich auch fürs Abfahren. Am vergangenen sehr warmen Wochenende firnten zum Beispiel die Nordwestseitigen Rinnen des Schöttelkar erst nach 14 h auf und in den Schattenlagen unterhalb war das Kar auch um diese Uhrzeit noch knüppelhart. Andererseits waren südseitige Hänge bereits ab 10 h sehr weich.
Alles in allem braucht ihr also ein gutes Timing in Bezug auf die Expositionen der jeweiligen Tour.
Und ganz weit oben ist müsst ihr eine gewisse Altschneeproblematik beim Übergang von wenig zu viel Schnee (z. B. bei Kamm nahen Rinnen-Einfahrten) im Auge behalten.