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CYR Weekend Report

5. bis 7. Februar 2021

04.02.2021, 14:49 Uhr

Die für Februar außergewöhnlich hohen Temperaturen verschieben Powder-Träume am kommenden Wochenende ins Reich der Fantasie. Und auch die Lawinensituation ist in den kommenden Tagen alles andere als sicher. Der Weekend Report bezieht sich wegen der Reisewarnungen weiterhin vor allem auf den Deutschen Alpenrand.

Schneesituation

Regen bis in die Hochlagen und frühlingshafte Temperaturen haben die Schneedecke im Bayerischen Alpenraum stark angegriffen. Dennoch sind Ski- und Snowboardtouren noch möglich. Zumindest wenn man sich in tieferen Bereichen an (nach wie vor nicht in Betrieb befindlichen) Skipisten oder an Forststraßen hält.
Und auch in den höheren Lagen ist die Schneedecke deutlich zurückgegangen. So wurden beispielsweise am Herzogstand (Messstation Fahrenberg 1575 m) Mitte Januar noch mehr als 130 cm, heute morgen aber nur noch 90 cm Schneehöhe gemessen.
Überall ist die Schneedecke bis in Lagen von etwa 1700 m stark durchfeuchtet. Oberhalb davon findet man wiederum oft verblasene Verhältnisse oder windgepresste Harschdeckel vor.

 

Lawinensituation

Im bayerischen Alpenraum herrscht verbreitet eine erhebliche Lawinengefahr Nur in den Bayerischen Voralpen und in den Chiemgauer Alpen wird eine mäßige Gefahr angegeben.
An Hängen aller Expositionen können sich zu jeder Tages- und Nachtzeit kleine bis mittelgroße, im Allgäu auch große Gleitschneelawinen lösen. Gefahrenstellen befinden sich unterhalb 1800 m vor allem an steilen Wiesenhängen.
In sehr steilem Gelände ist zudem in mittleren und hohen Lagen mit Selbstauslösungen von kleinen und mittelgroßen, feuchten und nassen Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen. In den schneereichen westlichen Regionen und in den Berchtesgadener Alpen können diese Lawinen oberhalb von 1800 m groß werden.
Außerdem kann Triebschnee in den Hochlagen kammnah und in eingewehten Rinnen und Mulden mit geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden und zu großen Schneebrettlawinen führen, wenn tiefere Schichten gestört werden.
Zum Wochenende hin soll die Lawinengefahr langsam zurückgehen.

Wir kritisch die Lawinensituation am Alpenhauptkamm war (und teilweise noch ist) wurde am letzten Wochenende durch zahlreiche, teils sehr große Lawinenabgänge deutlich, bei denen leider einige Menschen ihr Leben verloren. So starben in Österreich an drei Tagen sechs Menschen!

 

Wochenendwetter

In den Bayerischen Alpen ziehen am Freitag mit lebhaftem West- bis Südwestwind hohe Wolkenfelder durch, die den Sonnenschein dämpfen. Die Berge sind aber wolkenfrei. Dazu wird es noch etwas milder, die Nullgradgrenze steigt auf 2700 m. Am Samstag wird es bei starkem bis stürmischem West- bis Südwestwind verbreitet sonnig, es ziehen aber immer wieder höre Wolkenfelder durch, die im Westen am dichtesten ausfallen dürften. Es bleibt ausgesprochen mild.
Der Sonntag beginnt in den Nordalpen mit stürmischem Südföhn, die Wolken werden vom Wind immer wieder aufgerissen, sodass zumindest zeitweise die Sonne hervor kommt. Im Tagesverlauf zieht eine Kaltfront von Nordwesten her über die Alpen, sie beendet den Föhn und bringt Niederschläge. Dabei dürfte die Schneefallgrenze von 1500 m zumindest im Nordwesten unter 1000 m absinken.

 

Fazit

Vom Wetter her versprechen Freitag und Samstag am meisten Sonne... aber auch stürmischen Wind. Aufgrund der hohen Temperaturen wird die Schneedecke aber weiterhin sehr feucht sein, was beim Abfahren nicht ganz ungefährlich ist. Wenn ihr auf Tour geht, solltet ihr eure Ski oder Snowboards wirklich gut beherrschen. Auf viel befahrenen Skipisten wird man wohl die noch besten Abfahrtsverhältnisse vorfinden.
In tiefen und mittleren Lagen müsst ihr gut auf die Gleitschneegefahr achten, wobei sogenannte „Fischmäuler“ (gewölbte Anrisse in der Schneedecke) ein eindeutiges Warnzeichen darstellen. In den Hochlagen ist zudem die Gefahr durch eingewehten Triebschnee nicht unerheblich.
Alles in allem bleibt zu hoffen, dass sich die Schneequalität durch eine angekündigte Abkühlung und auch etwas Neuschnee in der kommenden Woche wieder verbessert.