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CYR Weekend Report

11. bis 13. Dezember 2020

10.12.2020, 15:09 Uhr

Wir freuen uns riesig, euch ab jetzt wieder den wöchentlichen Check Your Risk Weekend Report präsentieren zu können. Da für Österreich, Schweiz und Südtirol derzeit eine Reisewarnung und für die Einreise nach Österreich Quarantäne-Pflicht besteht, wird vor allem auf die Verhältnisse im Deutschen Alpenraum eingegangen. Die Situation am Alpenhauptkamm wird aber dennoch grob umrissen. Schließlich muss man die Prozessentwicklung der Lawinensituation schon jetzt für den gesamten Winter gut im Blick haben.

Schneesituation

Die Schneefälle vom letzten Wochenende und vom gestrigen Mittwoch waren leider im Deutschen Alpenraum alles andere als ergiebig. Selbst höher gelegene Messstationen wie am Tegelberg oder am Brauneck melden nur um die 25 cm Schnee.
Skitouren sind - wenn überhaupt - nur auf hoch gelegenen Skipisten und Wiesenhängen möglich. Und das eher im Westen. Im östlichen bayerischen Alpenraum sehr wenig Schnee.
Am Alpenhauptkamm ist die Situation vollkommen anders. Vor allem an dessen Südseite, in den Dolomiten und in Osttirol sind am Wochenende bis zur drei Meter Schnee gefallen. Gerade die Neuschnee reichen Gebiete haben gestern noch einmal bis zu einem halben Meter hinzu bekommen.
Auch am Schweizer Alpenhauptkamm ist bereits einiges an Schnee herunter gekommen. Hier werden in weiten Teilen Graubündens und des Tessins mehr als 170 % des langjährigen Mittels verzeichnet

 

Lawinensituation

Für den Deutschen Alpenraum wird aufgrund der geringen Schneelage noch kein Lawinenlagebericht ausgegeben. Am Montag wurde jedoch folgende Meldung ins Netz gestellt:
„Mit stürmischem Wind aus südlichen Richtungen sind vor allem in den Hochlagen von Werdenfels und Karwendel umfangreiche Triebschneeansammlungen entstanden. Der Triebschnee liegt schattseitig auf einem schwachen Schneedeckenfundament und ist störanfällig.“

In der Schweiz und in weiten Teilen Tirols besteht hingegen eine erhebliche Lawinengefahr. Neu- und Triebschnee der letzten Tage können an allen Expositionen oberhalb der Waldgrenze leicht ausgelöst werden. In Südtirol herrscht teils noch eine große Lawinengefahr.
Aber genau dort wo am meisten Schnee gefallen ist dürfte die weitere Entwicklung günstig sein. Dort überdecken die Schneemassen in ausreichender Menge ein sogenanntes Altschneeproblem. Dieses hatte sich durch eine aufbauende Schneeumwandlung in der noch gering mächtigen November-Schneedecke entwickelt. Der Österreichische Lawinenwarndienst weist darauf hin, dass dieses Problem in Gebieten nördlich des Hauptkamms wo weniger Schnee gefallen ist oft noch besteht. Die weitere Entwicklung ist daher vor allem an Schattenhängen zwischen 2500 und 2800 m spannend.

 

Wochenendwetter

Der Freitag bringt den Ostalpen zunächst sonniges Wetter. Ab Mittag kommen hoch ziehende dichte Wolkenfelder auf. Tagsüber bleibt es trocken, nachts ist im Westen ein bisschen Schnee möglich. Am Samstag herrscht stark bewölktes Bergwetter. Schwache und unergiebige Schneeschauer ziehen an der Alpennordseite von den Allgäuer Alpen bis zum Dachstein durch. Nachts kommt in den Nordalpen Niederschlag auf, wobei die Schneefallgrenze von Westen gegen 1500 m steigt.
Der Sonntag verläuft trüb und feucht mit wiederholtem Schneefall, unter 1200 m teils auch Regen. Am häufigsten schneit es in den Nordalpen.

 

Fazit

In den Bayerischen Alpen müssen sich Skitourengeher und Snowboarder leider noch gedulden. Wenn man erste Abfahrtsversuche auf Wiesenhängen oder Skipisten unternimmt, muss man sich darüber klar sein , dass die Unterlage noch komplett fehlt. Daher können eingeschneite Steine zu üblen Stürzen führen. Zudem muss man sich möglichst hoch gelegene Ausgangspunkte suchen, da die Schneefallgrenze am Wochenende auf etwa 1200 m steigen kann.
Alles in allem ist es also keine schlechte Idee, den Bergwinter erst einmal bei einer Schneeschuhtour anzuschnuppern. Dabei wird Sonne nur am Freitag Vormittag zu sehen sein.