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CYR Weekend Report

Lawinensituation

04.01.2018, 15:07 Uhr

Ein recht schneereicher Dezember sorgte für einen tollen Tiefschnee-Start in den Skiwinter 17/18. Die erste Woche des Jahres hat diese tollen Verhältnisse leider auf den Kopf gestellt, weswegen statt gutem Powder eine ungewöhnlich hohe Lawinengefahr zu finden ist.

Während in Deutschland, in Südtirol und im Bundesland Salzburg für Donnerstag Vormittag Lawinenstufe drei ausgegeben wurde, soll diese im Tagesverlauf in Vorarlberg auf Stufe vier steigen. Im Westen Tirols und in weiten Teilen der Schweiz herrschte bereits am Donnerstag Vormittag eine große Lawinengefahr!

Während der letzten zwei Tage hat es im Westens Tirol, im Wallis und im Aletschgebiet 50-75 cm unter stürmischen Bedingungen geschneit. Am Schweizer Alpennordhang, am Deutschen Alpenrand, in Nordtirol und den Hohen Tauern waren es 20 – 30 cm. Heute sollen im Westen Tirols 30 -50 cm Neuschnee dazukommen, wobei die Schneefallgrenze bis 2000 m steigt.
Der Temperaturanstieg wird zu einer massiven Schwächung der Schneedecke führen. Lawinen können bis in tiefere Schichten in allen Hangrichtungen brechen. Oberflächennah können spontane Schneebrettlawinen auch in tieferen Höhenlagen abgehen. Zudem besteht durch den Regen die Gefahr von meist oberflächennahen Nassschneelawinen, zum Teil auch Gleitschneelawinen.

Laut Tiroler Warndienst ist Donnerstag der Höhepunkt der Lawinenaktivität. Ab morgen wird eine langsame Besserung der Situation erwartet

 

Schneesituation

Auch am Alpenrand liegt an höher gelegenen Skitouren-Ausgangspunkten trotz der sehr warmen Witterung meist noch genügend Schnee. Nachdem der gestrige Neuschnee bis etwa 1000 Meter die Schneequalität etwas verbessert hat, wird sich diese heute wieder deutlich verschlechtern, da die Schneedecke mit Regen bis auf 2000 m durchfeuchtet wird.
In hochalpinen Lagen muss man wiederum mit windverpressten Schnee, Schneeverwehungen und abgeblasenen Rücken und Kämmen rechnen, weswegen auch dort guter Schnee absolute Mangelware ist.

 

Wochenendwetter

Am Freitag verläuft der Tag in Sun Ostalpen meist noch stark bewölkt mit schwachen, Niederschlägen am Vormittag, gegen Abend lockert es auf. Vom Bregenzerwald bis zu den Ammergauer Alpen sind gegen Abend nochmal schwache Schauer möglich. Die Schneefallgrenze liegt um die 2000 m. Inneralpin lockert es rasch auf. Die Nullgradgrenze liegt bei 2500 m.
Am Samstag stauen sich zunehmend feuchte, milde Luftmassen an der Alpensüdseite, teils sind schwache Niederschläge mit einer Schneefallgrenze zwischen 1700-2000 m möglich. Im Norden sorgt auflebender Föhn für sonniges, trockenes Wetter. Auch am Sonntag im Norden weiterhin weitgehend trocken, mild und zeitweise sonnig. Von Süden her Wolkenstau, im Südosten etwas Niederschlag.
Die Verhältnisse sind am Wochenende in den Westalpen vergleichbar, wobei vor allem von Süden vor allem in den Grajischen Alpen große Neuschneemengen erwartet werden.
 

 

Fazit

Samstag und Sonntag bieten sich durchaus für ein Skitouren- oder Freeride-Wochenende mit einer Übernachtung an. Dabei sollte man möglichst hoch gelegene Gebiete anvisieren. Wegen der voraussichtlich auch am Wochenende noch heiklen Lawinenlage muss man sich vor Ort genau darüber informieren, welche Freeride-Abfahrten zu vertreten sind, bzw. vergleichsweise sichere Skitouren aussuchen. Generell ist es keine schlechte Idee, sich nach Osten zu orientieren, da dort die Lawinengefahr bereits am Donnerstag geringer war, als z.B. im Westen Tirols.

 

5. bis 7. 1. 2018