jdav-logo-template 120x50

CYR Weekend Report

Lawinensituation

28.12.2017, 15:47 Uhr

Von allen deutschsprachigen Lawinenlageberichten (Schweiz, Vorarlberg, Bayern, Tirol, Bundesland Salzburg, Südtirol) wurde am Donnerstag Vormittag eine erhebliche Lawinengefahr ausgegeben. Diese liegt in Tirol im oberen Bereich dieser Gefahrenstufe. Im Wallis, sowie am Tessiner und Graubündener Alpenhauptkamm herrscht teilweise sogar Stufe vier.

Die Hauptgefahr geht von frischen Triebschneeansammlungen aus. Diese sind mit der teils sehr harten Altschneedecke nur schlecht verbunden und können daher schon bei geringer Zusatzbelastung als Lawinen ausgelöst werden. Gefahrenstellen liegen in steilen Hängen und Kammlagen aller Richtungen oberhalb 1800 Metern. Anzahl und Verbreitung der Gefahrenstellen nehmen dabei mit der Seehöhe zu. Falls Lawinen bis in die Altschneedecke durchbrechen, können sie auch größere Ausmaße erreichen.
In tiefen und mittleren Lagen ist auf steilen Wiesenhängen unverändert auf Selbstauslösungen von Gleitschneelawinen zu achten.

 

Schneesituation

Nach wie vor ist die Schneelage erfreulich, wobei sich die Schneequalität zwischenzeitlich verschlechterte: Der bis auf 1700 m gefallene Regen vom vergangenen Freitag, sowie das milde Weihnachtswetter haben in Kombination mit ausreichend kalten Nächten zu einer oft sehr harten Schneedecke geführt.
Auf diese sind bereits bis Donnerstag Vormittag am Bayerischen Alpenrand 20 cm bis 30 cm, am Stubaier Hauptkamm sogar 50 cm bis 70 cm Neuschnee gefallen. Wegen der starken Winde sind exponierte Rücken nach wie vor oft frei geblasen und steile Rinnen oft ungünstig mit Triebschnee eingeweht, was man als Freerider besonders berücksichtigen muss.

Dem schönen Powder wird es am Wochenende aber wohl bis auf 1700 m bis 1800 m an den Kragen gehen, was uns zum Wochenendwetter bringt.

 

Wochenendwetter

Der Freitag verspricht in den Ostalpen zunächst einige Sonnenstunden, vor allem an der Alpensüdseite sowie in den Bergen Nordtirols. Östlich des Dachsteins halten sich vormittags noch mehr Wolken, die aber nachmittags abziehen. Gleichzeitig zieht über Vorarlberg von Südwesten der Wolkenschirm einer Warmfront auf, der in den Nacht zum Samstag den Schneefall bringt. Die Temperatur liegt auf 2000 m bei -11 Grad. Es weht vormittags ein mäßiger, nachmittags ein im Westen stark auflebender Westwind.
Die Warmfront sorgt am Samstag für Nebel und Sturm und von Westen her bald für Schneefall und Regen. Die Schneefallgrenze steigt von Tallagen bis zum Abend gegen 1500 bis 1800 m. Am Sonntag anfangs Wolken und Nebel, tagsüber Übergang zu recht milden, sonnigem Wetter.
In den Westalpen setzt die Wetterverschlechterung am Freitag schon etwas früher ein. Am Samstag schneit es zum Teil sehr intensiv, dazu stürmischer Wind, der für massive Schneeverfrachtung sorgt. Die Schneefallgrenze steigt von 1200 auf 2000 m. Bis zum Sonntag ist in Hochlagen ab 2500m extrem viel Neuschnee möglich. Am Sonntag findet auch in den Westalpen eine deutliche Wetterbesserung statt.

 

Fazit

Wer kann, sollte unbedingt gleich den morgigen Freitag für einen Tiefschneetag nutzen. Denn die Kombination von frischem Powder, kalter Luft und Winter-Sonne ist wohl das Beste, das man als Freerider bekommen kann.
Allerdings schränkt die erhebliche Lawinengefahr die Möglichkeiten ein, weswegen man sich vor Ort genau über vertretbare Varianten-Abfahrten informieren muss. Im freien Skitourengelände sollte man sich im sicheren Waldbereich bewegen, wobei auch der Samstag noch gute Schneeverhältnisse verspricht, wohingegen der Silvester-Schnee sehr unter der hohen Schneefallgrenze leiden wird.
Unbedingt ist in den kommenden Tagen der aktuelle Lawinenlagebericht zu berücksichtigen!