Interkulturelle Jugendarbeit

 
 
 
 
Deutschland, ein Einwanderungsland
Migration, das heißt Ein- und Auswanderung und die Erfahrung kultureller Differenz, gehört zu Beginn des 21. Jahrhunderts mehr und mehr zum Alltag von Kindern und Jugendlichen hinzu. Die heterogene Zusammensetzung der Gesellschaft ist kein vorübergehender Zustand sondern eine strukturelle Tatsache, die sich auch in Zukunft eher noch verstärken wird. Dieser Tatsache können sich auch Jugendverbände wie die JDAV nicht verschließen.
 
 
Benachteiligungen abbauen
Laut Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG), haben alle Kinder, die in unserer Gesellschaft leben, das Recht auf die Förderung ihrer Entwicklung. Laut § 1 Abs. 3 KJHG soll die Kinder- und Jugendhilfe „junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen.“
 
 
 
Öffnung der Jugendarbeit
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gehören nicht unbedingt zur traditionellen Zielgruppe von Jugendverbandsarbeit. Ein wichtiges Anliegen von Jugendarbeit ist es daher, Wege zu diesen jungen Menschen zu finden, sie zu unterstützen und Anregungen und Perspektiven für ein gelingendes Zusammenleben zu bieten. Auch die traditionelle Jugendverbandsarbeit kann und muss dich dieser Verantwortung stellen.
 
 
 
Zugangswege
Welche Zugangswege zu dieser Zielgruppe sind die geeigneten? Verschiedene Projekte und Erfahrungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass besonders bewegungs- und erlebnisorientierte Aktivitäten gute Ansatzpunkte für interkulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bieten. Eine körperorientierte Bewegungsform wie Klettern beispielsweise besitzt einen „natürlichen Aufforderungscharakter“ - unabhängig vom kulturellen Kontext - und kommt dem Bewegungsbedürfnis der Kinder entgegen.
Da aber Kinder- und Jugendliche mit Migrationshintergrund von sich aus kaum Zugang zur Jugendverbandsarbeit finden, bietet es sich an sie dort anzusprechen, wo sie sowieso schon sind: an den Schulen. Vor allem in den Großstadt-Schulen ist das Zusammenleben von Kindern mit unterschiedlicher Sprache, Kultur und Herkunft eine alltägliche Realität.
 
 
 
Gemeinsam nach oben
„Gemeinsam nach oben“ ist der Titel eines Schul-Kletterprojektes, das die JDAV in Kooperation mit einer Grundschule im Sommer 2005 durchgeführt hat. Dabei ging es um folgende Ziele:
  • Heranführen von Kindern mit Migrationshintergrund an die Jugendarbeit mit dem Ziel einer verbesserten Partizipation
  • Kooperation von Jugendverbandsarbeit und Schule
  • Kennen lernen neuer Forme selbstbestimmten Freizeitverhaltens
  • Soziales Lernen durch Sport
Mit der Lehrerin wurde ein gemeinsamer Zeitplan aufgestellt und die Rahmenbedingungen geklärt. Während des Sportunterrichts sollten die Schülerinnen und Schüler in vier Doppelstunden in der Schulturnhalle an das selbständige Klettern herangeführt werden. Ein weiterer Vormittag sollte dann in der örtlichen Kletterhalle stattfinden. Als Abschluss und Höhepunkt wurde eine zweitägige Fahrt in die verbandseigene Jugendbildungsstätte in den Allgäuer Bergen geplant.  
 
 
 
Weitere Infos
Den ganzen Artikel zu diesem Thema findest du hier:
Gemeinsam nach oben. Klettern als Medium interkultureller Jugendarbeit:    Beitrage&l_1,2008  [568 kb]
 
Eine Projektdokumentation von "Gemeinsam nach oben" auf CD kann gegen Einsendung eines mit 1,45 € frankierten Rückumschlags und 3,- € in Briefmarken angefordert werden bei der:
 
Jugend des Deutschen Alpenvereins
Von-Kahr-Str. 2-4
80997 München