Gemeinsam aktiv!

– so lautet das Motto der Erlebnispädagogik, wie sie die JDAV versteht. Bei uns steht das aktive Tun im Mittelpunkt. Egal ob am Berg oder im Tal, bei bergsportlichen Aktivitäten, beim Naturschutz oder bei gemeinschaftlichen Aktionen.
 
 
JDAV Definition von Erlebnispädagogik
Erlebnispädagogik ist ein handlungsorientierter Ansatz innerhalb der Pädagogik, der Erlebnisse vorwiegend im Rahmen natursportlicher Tätigkeiten ermöglicht. Diese werden zum Ausgangspunkt von Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung gemacht.
Erlebnispädagogik schafft die Rahmenbedingungen für Erlebnisse und bietet Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten für Einzelne oder Gruppen an. Bergsteigen in all seinen Spielformen ist für uns das Medium, um Erlebnisse und Erfahrungen zu ermöglichen. Maßgeblich für die Durchführung sind dabei für uns dabei folgende 6 die Prinzipien:
 
1. Prinzip der Sicherheit und Verantwortung
Die größtmögliche Sicherheit aller beteiligten Akteure bildet den Rahmen der erlebnispädagogischen Aktion. Alle weiteren Grundprinzipien werden durch dieses Prinzip begrenzt. Sicherheit und Verantwortung sind von der Planung über die Durchführung bis zur Nachbereitung zu beachten und können nur auf der Basis einer realistischen Selbsteinschätzung verwirklicht werden.
 
 
2. Prinzip der Nachhaltigkeit und ökologischen Verträglichkeit
In der JDAV wird die Erlebnispädagogik vorwiegend im Rahmen natursportlicher Tätigkeiten ausgeübt. Sie finden primär in der freien Natur statt. Prinzip ist ein verantwortungsvolles Verhalten in und mit der Natur.
Eine Sportart kann als „natur- und landschaftsverträglich“ bezeichnet werden, wenn sie die nachhaltige Entwicklung von Lebensräumen sowie von Tier- und Pflanzenarten nicht erheblich beeinträchtigt. Das heißt insbesondere, dass sie
nicht zur Vernichtung einer Art im Habitat führt,
- nicht die Fortpflanzung insbesondere vom Aussterben bedrohter Arten verhindert,
- nicht Tier- und Pflanzenarten so schwächt, dass ihr Fortbestand in einem Habitat als ungesichert gelten kann,
- nicht Lebensräume verändert oder umgestaltet, so dass sie von ortstypischen Arten nicht mehr genützt werden kann.
 
Der Konflikt zwischen Naturnutz und Naturschutz soll bewusst gemacht werden. Indem Erlebnispädagogik Natur als Lern- und Bewegungsort nutzt, bietet sie gleichzeitig die Chance Natur als einen lebensnotwendigen, schützenswerten und autonomen Raum zu erfahren.
 
 
3. Prinzip der Handlungsorientierung
Erlebnispädagogische Aktivitäten haben eine „Challenge-Response-Struktur“. Das heißt, in der Aktivität steht eine Herausforderung im Zentrum, die eine Antwort sucht. Die Herausforderung
- muss echt sein und zu konkreten Handlungen herausfordern,
- soll verschiedene Handlungsoptionen zulassen (Prinzip der Offenheit),
- soll Lernsituationen hervorbringen, welche Themen der einzelnen Personen (z.B.: Stärkung des Selbstvertrauens, Vertrauen zu Anderen, Umgang mit Ängsten...) oder der Gruppe (z.B.: Kommunikation und Kooperation) aufnehmen,
- soll bezüglich Art, Stärke und Intensität von den Teilnehmern selbst gewählt werden können (challenge by choice).
 
4. Prinzip der Prozessorientierung
Im Rahmen einer erlebnispädagogischen Unternehmung steht der Prozess von der Planung über die Durchführung bis zur Reflexion und zum Transfer im Vordergrund. Er hat Vorrang vor dem ursprünglich angestrebten Ergebnis. Die TeilnehmerInnen bekommen die Gelegenheit, sich ebenso wie die TeamerInnen dem Wahrnehmen, Erleben und Erfahren im Moment zu öffnen. Vielseitige Situationen, die Entscheidungsprozesse auslösen, werden gefördert. Dies beinhaltet u. U. auch „leere oder langweilige“ Phasen der erlebnispädagogischen Unternehmung. Sie werden nicht vermieden, in jedem Fall mit Aktion gefüllt oder überspielt, indem auf die eigentliche, folgende Aktion verwiesen wird, sondern sie sind Teil des Erlebens.
 
5. Prinzip der Selbstorganisation und Kooperation 
Die Erlebnispädagogik stellt Handlungsspielräume zur Verfügung, in welchen die Selbstorganisation und Kooperation der Gruppe gefördert und gefordert werden. Der/ Die LeiterIn strebt die Balance zwischen der Steuerung des Gruppenprozesses und einer Selbstorganisation durch die Gruppe an. Das Maß der Selbstorganisation richtet sich nach den Möglichkeiten und Fähigkeiten der Gruppe. Der/die LeiterIn machte den Prozess der Entscheidungsfindung transparent und erarbeitet bei Bedarf gemeinsam mit der Gruppe Lösungsmöglichkeiten. 
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6. Prinzip der Selbst- und Gruppenerfahrung
Die Erlebnispädagogik kann einen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit sowie zur Erweiterung des sozialen Handlungsrepertoires leisten. Der Ausgangspunkt für Selbst- und Gruppenerfahrungen sind authentische Situationen mit Ernstcharakter. Sie werden alleine oder/und mit der Gruppe erlebt, wahrgenommen und reflektiert und sie fordern und fördern konkrete Entscheidungen und Antworten (siehe Prinzip der Handlungsorientierung).
 
 
 
 
Mehr zum Thema findest du in der Broschüre "Alpine Erlebnispädagogik" (3,9 MB)