Bouldern

Boulder = Felsblock
Bouldern ist vielleicht die ursprünglichste Spielform des Kletterns überhaupt.
Der Begriff erklärt sich fast von alleine: Das englische Wort „Boulder“ bedeutet übersetzt nichts anderes als „Felsblock“. Bouldern beschreibt also einfach das Klettern an einem kleineren Stück Fels. Die Herausforderung kann sich hierbei sowohl aus der naturgegebenen Form und Struktur der Wand, als auch aus der reinen Phantasie und Kreativität des Kletterers ergeben. So wird eine beeindruckend steile Felskante zur imaginären „Linie“ und aus der Freude an der Bewegung ein motivierendes „ich will da hoch!“...
 
Tradition und Gebiete – Mensch und Natur

Fels oder Kunstwand – Von Draussen nach Drinnen


Bouldern als Wettkampfsport

Links
 
 
 
Regeln – selbst bestimmt
Beim Bouldern bestimmt jeder für sich den Weg von Griff zu Griff, von Bewegung zu Bewegung.
Oft werden besonders spannende, schwere oder auch einfach nur schöne Kreationen genauer festgelegt („definiert“). Vielfach ist es üblich am Boden sitzend zu starten, den direkten Weg nach Oben zu finden, oder auch eine möglichst weite Querung knapp über dem Boden zu klettern. Manchmal versehen die jeweiligen Erstbegeher ihre Boulder mit mehr oder weniger klingenden Namen und andere Kletterer können sich daran versuchen den bereits begangenen Weg zu wiederholen.
Das lösen solcher Boulderprobleme erfordert viel Konzentration und Koordination. Ebenso kann es schnell zu einer spannenden Aufgabe für ganze Gruppen werden – Kreativität von vielen und individuelle Stärken von einzelnen – das gegenseitige Anfeuern tut sein Übriges.
Alleine oder gemeinsam – der pure Spass am Bewegen...
 
 
Schwer, schwerer - und kein Ende
Je härter das Boulderproblem, um so heisser wird über die Schwierigkeit diskutiert. Zur Orientierung gibt es Bewertungssysteme, die den sportlichen Anspruch der Boulder relativ zueinander Vergleichen. In Europa hat sich hier die „Fontainebleau-Skala“ (Fb) durchgesetzt. Natürlich ist diese nach oben hin offen, da immer wieder schwerere und noch schwerere Erstbegehungen durch einzelne Top-Kletterer realisiert werden.  Momentan werden die weltweit härtesten Probleme dem Fb-Grad 8c+ zugeordnet – eine frage der Zeit, wann der erste 9a-Boulder erschlossen wird....
 
 
 
 
 
Ausrüstung – nur das nötigste
So einfach wie die ursprüngliche Idee des Boulderns ist auch die nötige Ausrüstung.
Das einfache spielerischen „drauflosbouldern“ funktioniert sogar schon barfuss. Ernsthafter betrieben wird schnell der Kletterschuh zum wichtigsten und zentralen Ausrüstungsgegenstand.
 
Um die Sicherheit in der Absprungzone zu schaffen empfiehlt sich ein sogenanntes Crashpad – eine robuste Schaumstoffmatte, manchmal mit Rucksackträgern zum leichteren Transport. Gängige Accessoires sind außerdem ein großer magnesiagefüllter „Chalkbag“ und die ein oder andere Bürste zur Reinigung der Griffe.
 
 
 


Sicherheit – Vorausdenken und Mithelfen
Im Normalfall spielt sich beim Bouldern das meiste in „Absprunghöhe“ ab. Bei unebenen „Landezonen“ ist neben der Bouldermatte gegenseitige Hilfe wichtig. Mit geschicktem „Spotten“ durch andere am Boden stehende Kletterer, kann sichergestellt werden, dass der Stürzende nicht doch unglücklich aufkommt. Natürlich kann bei höheren Bouldern mit auch mit einem Seil gesichert werden, doch dann spricht man eigentlich schon von Sportklettern.
 
Die grösste Verletzungsgefahr besteht beim Bouldern in der hohen Belastungsintensität für die oberen Extremitäten – ganz besonders für die Finger. Ein gewissenhaftes sportartspezifisches Aufwärmen ist deshalb in jedem Fall Pflicht.
 
 
 
 
Tradition und Gebiete – Mensch und Natur
Wer nach den Ursprüngen des Boulderns forscht, wird schnell auf Namen wie John Gill, als Wegbereiter in den USA, und Wolfgang „Flipper“ Fietz stoßen, der als einer der ersten den Bouldergedanken Anfang der 80er Jahre konsequent auch in Deutschland etablierte.
Weltweit gibt es zahllose Bouldergebiete mit teils großer Tradition – als Beispiel sei das weltbekannte „Fontainebleau“ nahe Paris genannt – und den unterschiedlichsten Charakteren durch Gesteinsart und umgebender Landschaft.
Der Reiz der Blöcke, der immer mehr Boulderer an die Felsen treibt, führt bisweilen in besonders sensiblen Gebieten zu Problemen. Nicht alle sind entsprechend Rücksichtsvoll zu Natur und Umwelt, oder missachten schlicht die Bedürfnisse der Anlieger der Klettergebiete. Resultat sind die verschiedensten Konflikte, welche auch schon zu kompletten Kletterverboten geführt haben.

Um die Zukunft des Boulderns am Naturfels nicht zu gefährden, und um auch weiterhin die schönsten Gebiete schützen zu können, ist es wichtig sich immer über lokale Besonderheiten zu informieren und diese zu Berücksichtigen. In diesem Sinne ist auch der sogenannte „Boulderapell“ entstanden, dessen Grundsätze von allen Kletterern eingehalten werden sollten.
Fels oder Kunstwand – Von Draussen nach Drinnen
Angeschoben durch den Bau von immer mehr Kletterhallen hat sich das Bouldern weiter entwickelt. Grade hier lassen sich die Bewegungsideen leicht in vielseitige, künstliche Boulderblöcke und –wände umsetzen, an denen immer wieder neue Probleme kreiert werden Können. Für die einen eher Trainingsgelände, für mehr und mehr Boulderer aber auch schon eine eigene Welt. Neben den normalen Kletterhallen gibt es zunehmend mehr Anbieter, die sich rein auf vielfältig gestaltete Boulderwände konzentrieren.


Bouldern als Wettkampfsport
In den letzten Jahren wird auch das Bouldern als spannender Wettkampfsport zunehmend populär. Grundsätzlich geht es darum, wer die meisten Boulderprobleme mit der geringsten Anzahl an versuchen klettern kann. Um die Rahmenbedingungen hierbei für alle gleich zu halten finden solche Wettbewerbe ausschließlich an Kunstwänden statt, an denen jedes mal neue Bewegungsaufgaben für die Athleten kreiert werden.
Neben dem Spitzensportbereich, in dem sich die weltbesten Boulderer untereinander messen, gibt es ebenso zahlreiche Veranstaltungen, bei denen der „Session-Charakter“, bzw. einfach der Spass am gemeinsamen Klettern im Vordergrund steht. Solche Veranstaltungen sind ideal für Leute die zum ersten mal Wettkampfluft schnuppern wollen.
Biss ist beim Bouldern wichtig – Verbissenheit aber völlig daneben...
 
 


Links
www.bouldering.de - Bouldern im Frankenjura und viele allgemeine Infos.

www.boulderrausch.de  -  Bouldern im Frankenjura

www.boulder4fun.de  -  allgemeine Boulderseite

www.palatinum.info  -  Bouldern in der Pfalz

www.ropeless.de  -  Bouldern in der Pfalz

www.rockclimber.de  -  Boulderseite in englischer Sprache