Das Tagebuch zur JDAV Klimatransalp
 
1. August -Tag 1:
 
1400 Höhenmeter, über 60 km und mehrere Reifenpannen – damit startete unser 1. Tag der JDAV Klimatransalp 2010 von Garmisch an der Comer See. Wir passierten dabei nach längerem Anstieg den Eibsee, die Hochthörlehütte (1479) und den Fernpass. Vor einer langen Abfahrt ins Inntal sollten uns noch einige Fahrradpannen dazwischen kommen. Zeitlich gerieten wir zusätzlich durch ein langes, interessantes Interview mit Hannes Krätz, dem dritten Bürgermeister von Garmisch, in Engpässe. Schließlich kehrten wir nach  8 h, davon 5h reiner Fahrtzeit, an unserem Etappenziel Imst ein. Heute am frühen Morgen startete die Gruppe ins Wasserwerk Imst. Später geht’s weiter zum 2. Etappenziel nach Pfunds.
 

JDAV Klimatransalp 1. Tag


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2./3. August - Tag 2/3:
 
„10% des Stromverbrauchs in Tirol wird allein durch das Wasserkraftwerk Imst gedeckt.“
Durch jede der drei Turbinen laufen bis zu 27 m3 Wasser pro Sekunde.
Unser zweiter Tag begann am Morgen mit einer Besichtigung des Wasserkraftwerks Imst. Während der einstündigen Führung erfuhren wir viel über den Ablauf in einem der größten Wasserkraftwerke Tirols. Der Projektleiter Kaunertal Kraftwerke, Herr Stroppa, erklärte uns, dass es bereits 1950 gebaut wurde und eines der ältesten Kraftwerke ist.
Weiter ging es im strömenden Regen zum 60 km entfernten Pfunds.
 
Die dritte Etappe führte uns von Pfunds nach Zernez. Mit einem „Grüazdi“ wurden wir, mittlerweile wieder fast trocken, von Schweizer Radlern begrüßt. Auch die selten gewordene romanische Sprache bekommt man hier im Engadin noch zu hören. Begleitet wurden wir von Georg Bayerle vom Bayerischen Rundfunk, der am Vormittag mit bei einem Interview am Reschensee war. Dort wurde ein Alpentourismusexperte interviewt und später die Gruppenmitglieder während der Tagesetappe.
Angekommen am Zernezer Nationalpark fallen heute alle müde und satt in die Lager …
 

Klimatransalp 2./3. Tag


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4./5. August - Tag 4/5:
 
"Das schönste Gebäude der Schweiz 2009“
 
In Guarda, einem der schönsten Dörfer auf unserer Fahrt, treffen wir auf Georg Bayerle, den Radiomann vom BR. An einem Brunnen erwartet er uns mit Fragen und wir erzählen ihm die ersten Eindrücke nach einem anstrengenden Fahrradtag, der mit einer langen Abfahrt über dem Unterengadin belohnt wurde. Erste Gletscher sind in der Ferne zu sehen.
 
Angekommen in Zernez, sind wir direkt am Rande des Schweizerischen Nationalparks. Auffällig ist ein großer Betonklotz in der Dorfmitte direkt neben der Kirche. Wie wir später vom Nationalparkdirektor Prof. Haller erfahren, stellt dieser Klotz das neue Besucherzentrum dar. Es ist zum schönsten Gebäude der Schweiz 2009 gewählt worden. Genauso auffällig ist die Ofenpassstraße, auf der Kolonnen von Motorradfahrern den Nationalpark durchqueren.
 
Rund um das Besucherzentrum stoßen wir auf einige Touristen. Manchen erscheint der Klimawandel als reine Fiktion, andere sind sehr besorgt und achten bei ihren Reiseplänen auf den CO2 Ausstoß. Beeindruckt hat uns unser Gastgeber, dessen Familie Biokühe auf der Alm züchtet und das Fleisch im Hoteleigenen Restaurant vertreibt. So ist nachhaltige und regionale Produktion für zufriedene Gäste in Zernez auch für die Zukunft gesichert.
 
Von den Almbauen haben wir auf Radtouren rund um Zernez auch kritische Stimmen eingefangen. So sind die Sommer teils trockener und heißer als früher und Starkniederschläge haben sich intensiviert. Das erleben wir auf der Weiterfahrt nach Pontresina, wo es in Strömen regnet und wir trotz der Regenhosen komplett durchnässt ankommen.
 
 
 
6. August - Tag 6:
 
"Swiss Ice Fiddlers"
 
Wir sitzen stark beeindruckt in einem Raum der Jugendherberge in Pontresina. Ist das Gebäude der Jugendherberge der Grund dafür? Ganz bestimmt nicht –
 
Heute Morgen waren wir erst mit den Velos, dann weiter zu Fuß unterwegs auf dem Lehrpfad über den Gletscherrückgang des Morteratschs. Dort führte uns ein Wanderleiter aus der Region bis zum Gletschertor und zeigte uns vor Ort die Auswirkungen der Klimaerwärmung. So ist der Gletscher z.B. in den letzten 150 Jahren um knapp 3 km zurückgegangen.
 
Doch erst jetzt wird uns das Thema Klimaveränderung mit seinen Auswirkungen so richtig bewusst. Nach einem spannenden Vortrag über Gletscherkunde vom Glaziologen Dr. Felix Keller, packte dieser seine Geige aus. Das Ziel der Swiss Ice Fiedlers, die gewöhnlich zu dritt auftreten, ist es, die Menschen durch die Musik für das Thema Klimawandel zu motivieren und ihre Gedanken anzuregen, wie sie in ihrem eigenen Lebensbereich einen Fortschritt der Erwärmung verhindern können.
 

Klimatransalp 4. - 6. Tag


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7. August - Tag 7:
 
30 Interviews, 450 Kilometer und über 4500 Höhenmeter
 
Müde und mit schweren Beinen kämpfen wir uns die letzten 150 Hm zu unserer Unterkunft über dem Comer See hoch. Das Wetter hat uns heute endlich mal verwöhnt und so konnten wir am Morgen bei schönstem Sonnenschein von Pontresina starten. Der Weg führte uns vorbei an St. Moritz mit seinen wunderschönen Bergseen hin bis zum Maloja Pass. 900 Höhenmeter bergab lagen vor uns! Von steinigen Trial-Passagen und 100 km Strecke ließen wir uns nicht abhalten und genossen die teilweise verwinkelte Gassen und warmen Temperaturen bis zum Ziel unserer letzten Etappe: dem Comer See.
Die Eindrücke der Woche sitzen bei uns allen noch sehr tief. Während sich unsere Muskeln langsam wieder regenerieren, verarbeiten wir immer noch die Begegnungen und Gespräche mit den Menschen, die uns an ihrem persönlichen Umgang mit dem Klimawandel teilhaben ließen.
Doch sehr viel mehr wollen wir noch gar nicht verraten: alles weitere bekommt ihr zu sehen, sobald der Film zur Klimatransalp 2010 fertig ist! Dieser wird Euch auf dem Bundesjugendleitertag 2011 präsentiert und Teile daraus schon vorher auf der Homepage!
 
 
 
 
 
 
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